Montag, 28. Januar 2008

Diskussion um "Marsmensch" auf NASA-Foto dauert an

Falschfarben-Panorama des West Valley durch den Mars-Rover Spirit | NASA/JPL-Caltech/Cornell University (bearbeitet von grenzwissenschaft-aktuell.de)

Eine Aufnahme des Mars-Rovers Spirit hat weltweit für mehr oder weniger ernsthafte Diskussionen und Spekulationen über mögliches Leben auf dem Mars gesorgt. Grund hierfür: Die Aufnahme zeigt ein Landschaftsdetail, dass auch ohne viel Phantasie als menschenförmige Figur interpretiert werden könnte (wir berichteten). Zahlreiche Experten und Laien haben sich seither zu dem kuriosen Foto geäußert.

Neben einem "kleinen grünen Männchen", dem Yeti und Bigfoot, über eine (von wem auch immer) auf dem Roten Planeten hinterlassene hominide Statue, bis hin zur eher rationalen Erklärung, die in dem vermeintlichen Marsmännchen lediglich einen kurios geformten Felsen und ein Spiel aus Licht und Schatten sieht, wurden zahlreiche mögliche Erklärungen diskutiert.

Gegenüber der Bild-Zeitung erläuterte der Marsforscher und geologische Fotoanalyse-Experte Prof. Dr. Gerhard Neukum von der Freien Universität Berlin das Landschaftsdetail wie folgt: „Die Figur ist Teil einer hoch aufragenden Gesteinsformation. Die Anmutung einer menschlichen Gestalt entsteht durch Licht und Schatten. Ganz deutlich am ausgestreckten Arm zu sehen: Der Schattenwurf durchschneidet ihn.“

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Auch Dr. Tilmann Althaus vom Max-Planck-Institut für Astronomie kommt in der Bild wie folgt zu Wort: „Sieht aus wie die kleine Meerjungfrau aus Kopenhagen. Fast zu perfekt, als dass es nur verwittertes Gestein ist. Aber auf dem Mars wehen sehr starke Stürme, bis zu 200 km/h. Die tragen die kalkartigen Schichten auf den Felsen ab, es entstehen die ulkigsten Formen."

Wie sehr er mit diesem Vergleich richtig liegt, zeigt eine von Althaus unabhängige vergleichende Analyse durch Jojas.com. Hierzu wurden an der Kopenhagener Meerjungfrau lediglich einige grafisch-operative Veränderungen durchgeführt, um die Körperhaltung dem Mars-Detail anzupassen. Tatsächlich ergeben sich nun noch mehr übereinstimmende Details - unter anderem die vermeintliche "Kopfform" sowie die sichtbare Form und Position der "Brust".

Grafischer Vergleich zwischen der Kopenhagener Meerjungfrau (l.), deren angepaßte Körperhaltung (m.) und dem vermeintlichen "Marsmännchen" (r.) | Copyright: jojas.com / grenzwissenschaft-aktuell.de

Wie wir (grenzwissenschaft-aktuell.de) bereits berichteten, erklären sich naturwissenschaftliche Beobachter das kuriose Landschaftsmerkmal, als Spiel von Licht und Schatten und der Tendenz des menschlichen Gehirns, auch in eigentlich chaotisch entstandenen Formen bekannte Muster und Bilder zu erkennen. Bekannt ist dieses Phänomen in der Wahrnehmungspsychologie als "Pareidolie", deren bekanntesten Beispiele sind Wolkenbilder und Gesteinsformationen sind, in denen wir bekannte Bilder und Symbole auszumachen glauben.

Pareidolisches Beispiel: Ein Bergrücken nahe Sedona im US-Bundesstaat Arizona wird (im Auge westlicher Betrachter) wohl nicht zu Unrecht als "Snoopy" (r.) bezeichnet | Copyright: A. Müller (Bergrücken) / Charles M. Schulz

Kritiker dieser Erklärungsposition werfen ihren Vertretern allerdings vor, dass der Verweis auf wahrnehmungspsychologische Phänomene - einmal geäußert - nicht weiter bewiesen werden muss. Auch angesichts der aktuellen Diskussion um das Landschaftsdetail auf dem Mars, bleibt sie letztendlich ebenso spekulativ, wie jede andere Erklärung auch. Der Grund hierfür ist einfach: Kein Mensch ist derzeit in der Lage, auf dem Mars selbst einmal nachzuschauen. Alleine weitere Aufnahmen des Details durch den Mars-Rover aus unterschiedlichen Perspektiven könnten die Frage nach der Natur des vermeintlichen Marsmännchens abschließend klären.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / bild.de / jojas.com

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA:

Kuriose Entdeckung auf Mars-Panorama: Doch kleine grüne Männchen?
, 22. Januar 2008

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