Bushs Lieblingsgemälde von W.H.D. Koerner | Copyright: W.H.D. Koerner / Public DomainNew York/ USA - Ein Gemälde des Wildwestmalers W.H.D. Körner aus dem Jahre 1916 liegt dem amerikanischen Präsidenten George W. Bush so sehr am Herzen, dass er damit nicht nur sein Büro schmückt, sondern auch dessen vermeintlichen Titel, zum Titel seiner Autobiografie erwählt hatte. Jetzt offenbart das Harper's Magazine, dass der US-Präsident auch hier seine ganz eigenen Vorstellungen an den Tag legt.
In seiner Kolumne "No Comment" erläutert Scott Horton jetzt die wirklichen Hintergründe des Gemäldes. In seiner Biografie "A Charge to Keep" erläutert Bush selbst seine Interpretation des Ölgemäldes:
"Ich möchte gerne ein Stück texanische Geschichte mit ihnen teilen, welches unsere Mission verkörpert. Wenn sie in mein Büro kommen, beachten sie also bitte das wunderschöne Gemälde eines Reiters, der sich zielstrebig anschickt, einen steilen und schwierigen Pfad zu erklimmen. Das sind wir. Und die Botschaft von Charles Wesley (einer der drei Begründer der methodistischen Bewegung) haucht für mich dem Gemälde noch mehr Leben ein, wenn er sagt, dass wir einer größeren Sache als uns selbst dienen."
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Aus Bushs Sicht, symbolisiert die dargestellte Hauptfigur - mit der er sich so sehr selbst identifiziert - also einen Missionar, der die methodistische Botschaft im 19. Jahrhundert in den amerikanischen Westen trägt. Bush selbst betitelt das Bild mit "A Charge to Keep", was soviel bedeutet wie "Die Aufgabe/Verantwortung wahren".
(Hinweis: Leserkommentar von Dr. Karl-Heinz Hecke, Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche und Mitredakteur des Gesangbuchs von 2002: Eine kleine Ergänzung zum Titel des Buches: "A charge to keep I have" ist die Anfangszeile eines nicht nur in den USA populären Kirchenliedes des genannten Charles Wesley ("The United Methodist Hymnal", Nr. 413), in deutscher Sprache bekannt geworden als "Ein heilig Amt ist mir vertraut" ("Geistliche Viole" 1858; Gesangbuch der Evangelisch-methodistischen Kirche 2002, Nummer 547). Wie heißt es doch so schön: "Es ist alles nur geklaut"...!)
Tatsächlich kann bei genauer Betrachtung eine gewisse Ähnlichkeit zwischen Bush und dem angeblich verwegenen Reiter selbst nicht abgestritten werden.
Im Vergleich: Bildausschnittsvergrößerung und George W. Bush | Copyright: W.H.D. Körner / Public DomainDa es im Gesamtwerk von Wilhelm Heinrich Dethlef Körner eigentlich keinerlei Verweise auf religiöse Zitate und gezielt zu methodistischen Weltanschauung gibt, wunderte sich nicht nur Horton über die eigenwillige Interpretation durch den US-Präsidenten und wurde in der Arbeit von Jacob Weisenberg fündig, der in seinem bevorstehenden Buch "The Bush Tragedy" fündig, wenn dieser Sidney Blumenthals Entdeckung aus dem Jahr 2007 zitiert.
Demnach handelt es sich bei "A Charge to Keep" gar nicht um den wirklichen Titel des Gemäldes. Dieses stammt aus einer Arbeitsreihe des Künstlers mit Illustrationen für eine Western-Kurzgeschichte mit dem Titel "The Slipper Tongue", die in der Saturday Evening Post 1916 abgedruckt wurde. Darin wird die Geschichte eines glattzüngigen Pferdediebes erzählt, der gefangen wird und dann im letzten Augenblick dem wütenden Mob gerade so entkommen kann. Tatsächlich zeigt das Bild also den Pferdedieb, wie er seinen Verfolgern zu entkommen versucht. Untertitelt ist die Originalveröffentlichung mit der Bezeichnung: "Wäre er fünfzehn Minuten früher aufgebrochen, hätte man ihn nicht gefangen."
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt... :)
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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / harpers.org
