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Mittwoch, 23. Juli 2008

Schweizer Bundespräsident trifft CERN-Kritiker

Der Tunnel des LHC-Teilchenbeschleunigers vor dem Einbau der Magnete | Copyright: Nikolai Schwerg/GNU FDL

Bern/ Schweiz - Nachdem kritische Stimmen zu den möglichen Risiko der anstehenden Experimente mit dem LHC-Teilchenbschleuniger immer lauter werden, will sich der Schweizer Bundespräsident Couchepin mit dem CERN-Kritiker Otto Rössler treffen, um seine Argumente zu hören.

Laut dem deutschen Biochemiker und Chaos-Theoretiker Rössler, könnten die geplanten Experimente den Weltuntergang auslösen, wenn bei Zusammenprall der hochenergetischen Teilchen unter anderem langlebige Schwarze Löcher oder sogenannte Strangelets entstehen (...wir berichteten: 1, 2).

Vertreter der "String-Theorie", einem hypothetischen physikalischen Einheitsmodell für alle bisher beobachteten Fundamentalkräfte, befürchten, dass die möglicherweise im LHC entstehenden Miniaturausgaben von Schwarzen Löcher (Mini Black Holes) im schlimmsten Fall die gesamte Erde verschlingen könnten. Ein anderes potentielles Produkt des Teilchenbeschleunigers könnte so genannte Seltsame Materie (Strangelets) sein. Natürlicherweise kommt diese auf unserer Erde nicht in stabiler Form vor. Entstünden bei den LHC-Experimenten nun jedoch stabile "Strangelets", so wären diese voraussichtlich negativ geladen und würden die normale Materie, aus der unsere Welt besteht, anziehen, absorbieren und mit zunehmender Masse immer stabiler. Sollten also ausreichend stabile Strangelets ent- und lange genug bestehen, um die nötige Menge an Atomkernen zu absorbieren, würde es immer weiter anwachsen, irgendwann in den Erdkern fallen und schließlich die ganze Erde absorbieren.

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Wie die "Neue Züricher Zeitung" berichtet, habe das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) Rössler in einem Brief mitgeteilt, dass Couchepin an einem Treffen interessiert sei. Wann das Treffen stattfinden wird, sei derweil noch offen.

All zu lange sollte der Schweizer Bundespräsident jedoch nicht warten, da am CERN die Vorbereitungen für die ersten entsprechenden Experimente, die wahrscheinlich schon im August beginnen sollen - auf Hochtouren laufen.

Schon jetzt sind die meisten Segmente des Beschleunigers auf die notwendige Betriebstemperatur -271 Grad herabgekühlt. Anfang August will man mit den ersten Testexperimenten beginnen. Die ersten wirklichen Kollisionen könnten dann bereits im Oktober stattfinden.

Schweizer TV-Beitrag (T1, Sommer 2007) zum CERN Large Hadron Collider
Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten

Mit den Experimenten wollen die CERN-Wissenschaftler das Energiepotential des Urknalls simulieren und erhoffen sich dabei die Entstehung neuer Materiezustände und Aufschlüsse über den Urknall selbst und die Entstehung von Materie. Sei selbst bewerten das Risiko der Experimente als vernachlässigbar.

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Klage gegen LHC-Partikelbeschleuniger am CERN, 31. März 2008
Erzeugt CERN-Urknall-Experiment einen Zeittunnel?, 8. Februar 2008

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nzz.ch
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