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Samstag, 11. Oktober 2008

ESA-Sonde "Venus Express" findet Lebensspuren - auf der Erde

In der Erdatmosphäre findet "Venus Express" unterschiedliche Moleküle, darunter Sauerstoff und Wasser | Copyright: esa.int

Denver/ USA - Ein internationales Forscherteam hat die europäische Sonde "Venus Express" auf die Erde ausgerichtet, um hier nach Spuren von Leben zu suchen. Was absurd klingen mag, soll den Wissenschaftlern dabei helfen, Daten anderer Planeten besser zu verstehen.

Drei mal pro Monat hat das Team um David Grinspoon, "Venus Express"-Forscher vom "Denver Museum of Nature & Science", den ESA-Wissenschaftlern Giuseppe Piccioni, Pierre Drossart und Håkan Svedhem die Sonde auf die Erde ausgerichtet und während der vergangenen drei Jahre rund 40 Aufnahmen unseres Planeten im sichtbaren und infraroten Licht gemacht, womit eine Spektralanalyse der Bestandteile der Erdatmosphäre möglich wurde.

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Das Besondere an den "Venus-Express"-Aufnahmen der Erde liegt in dem Umstand, dass die der Blaue Planet aufgrund der enormen Entfernung von der Position der Sonde im Blickfeld der Bordkamera nur einen Pixel einnimmt - also nur als kleiner Punkt ohne sichtbare Oberfläche, Strukturen und Details abgebildet wird. Eine ähnliche Situation könnte sich schon in naher Zukunft anhand neu entdeckter erdgroßer Exoplanten (also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems) ergeben, die mit neuen Teleskopen gefunden werden sollen.
Anhand der Daten über die Erde, wollen die Astronomen und Planetenforscher schon jetzt lernen, was zukünftig aus direkten optischen Beobachtungen von Exoplaneten über deren atmosphärische Zusammensetzung und mögliche Lebensfreundlichkeit abgelesen werden kann. Schon von aktuellen Missionen wie dem COROT-Weltraumteleskop oder der geplanten "Kepler"-Mission der NASA erhoffen sich die Astronomen schon bald direkte optische Entdeckungen erdähnlicher Exoplaneten.

Doch alleine der Nachweis von Sauerstoff- und Wassermolekülen in der Atmosphäre eines Planeten, sagt nicht zwangsläufig auch etwas darüber aus, ob auf ihm Leben existiert: Bestes Beispiel ist das eigentliche Ziel der ESA-Sonde: Die Venus. Auch in ihrer Atmosphäre gibt es Sauerstoff- und Wassermoleküle - aber ihre Oberfläche gilt als leblos und lebensfeindlich. "Es genügt also nicht, einfach nur nach Molekülen zu suchen", erklärt Giuseppe Piccioni auf der Internetseite der ESA. Die Astronomen müssen also auch nach noch subtileren Signalen Ausschau halten, wie etwa die spektralen Eigenschaften von pflanzlichem Chlorophyll im roten Spektralbereich. Auch dieses Verfahren wollen die Forschen nun mit "Venus Express" mit Blick auf die Erde testen und dabei auch die spektralen Eigenschaften der Ozeane ins Visier nehmen.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / esa.int

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