https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de


Mittwoch, 12. November 2008

Studie: Gen-Mais reduziert Fruchtbarkeit von Mäusen

Symbolbild Gen-Mais: Maiskolben-Fratzen | Copyright: Martin Langer / Greenpeace

Wien/ Österreich - Eine Langzeitstudie im Auftrag des österreichischen Gesundheitsministeriums kommt zu einem beunruhigendem Ergebnis: Die gentechnisch veränderte Maissorte MON810 senkt die Fruchtbarkeit bei Mäusen, die damit gefüttert wurden. Jetzt fordern Umweltschutzorganisationen einen sofortigen europaweiten Zulassungsstopp gentechnisch veränderte Pflanzen.

Bei den 20-wöchigen Fütterungsversuchen mit der Gen-Maissorte NK603xMON810 des Agrarriesen Monsanto, der in der EU seit 2007 als Lebens- und Futtermittel zugelassen ist, zeigte sich im Vergleich zur Kontrollgruppe, dass die Tiere der vierten Generation weniger Nachkommen zeugten und dieser Nachwuchs deutlich weniger wog als jener der Vergleichsgruppe.

"Die Studie", so Gentechnik-Sprecher von GLOBAL 2000 Jens Karg, "zeigt, dass Gentech-Mais gefährlich ist, und das, obwohl die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit mehrfach einen Persilschein für seine Unbedenklichkeit ausgestellt hat"

Kritiker verlangen nun ein EU-weites Gentech-Moratorium. Die Diskussion um gentechnisch veränderte Lebensmittel bekomme ab heute eine neue, schreckliche Dimension, kommentiert auch Philipp Strohm, Gentechnik-Sprecher von Greenpeace, das Ergebnis: "Was sich im Tierversuch abzeichnet, kann unter Umständen auch für den Menschen gelten. Stellen Sie sich nur vor, dass Paare ihren Kinderwunsch begraben müssen, weil sie durch den Verzehr gentechnisch veränderter Lebensmittel unfruchtbar wurden."

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
>>> HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen <<<

Zugleich fordern die Umweltschutzorganisationen eine Reform der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Diese habe sich bei ihren Bewertungen von Gentech-Lebensmitteln allein auf die Daten des Antragstellers vertraut und keine eigenen Langzeitstudien durchgeführt, obwohl bereits eine Fütterungsstudie von Monsanto mit NK603xMON810 gesundheitliche Beeinträchtigungen der Versuchstiere aufgezeigt habe. Die EFSA schätzte diese Ergebnisse jedoch als "biologisch nicht relevant" ein. "Die Behörde muss vorerst geschlossen und alle bisher zugelassenen Gentech-Pflanzen müssen vom Markt genommen werden", verlangt Strohm.

Neben einem Zulassungsstopp für Gen-Pflanzen in der EU fordert Greenpeace Deutschland, dass Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) den Import dieses Gen-Maises nach Deutschland sofort verbietet.

Die österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) betont, dass es sich bei der Studie um eine Einzelfallprüfung handle, deren Ergebnisse keinesfalls direkt auf den Menschen übertragbar seien. Bedarf an weiteren Studien, das werde nun deutlich, bestehe jedoch fraglos.

Bücher zum Thema:

- - -


>>>WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA<<<
Konferenz über Biosicherheit: Wer zahlt für Schäden durch Gentechnik?, 15. Mai 2008
Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit genehmigt Freisetzung von Gen-Weizen, 14. Mai 2008

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / greenpeace.de / ages.at / orf.at
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE