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Mittwoch, 25. März 2009

Studie: Mindestens drei Arten großer Meerestiere warten noch auf ihre Entdeckung

Illustration aus der Studie: Rekonstruktionen historischer Kryptide: Cadborosaurus willsi (o.), Langhalsrobbe nach Parson (1751) und der Titzheruk | Copyright: Cevdet Koseman

London/ England - Ein Team britischer Biologen geht anhand einer aktuellen statistischen Studie davon aus, dass noch mindestens drei bis maximal 15 bislang unbekannte Arten großer ungewöhnlicher Wassersäugetiere auf ihre Entdeckung und Beschreibung durch die Wissenschaft warten.

In der Studie, die im Fachmagazin "Historical Biology" erscheinen wird, schlussfolgern die Forscher um den Doktoranden Michael Woodley und Hugh Shanahan von der University of London, Dr. Darren Naish von der University of Portsmouth aus der statistischen Auswertung historischer Augenzeugenberichte von Sichtungen, dass diese Tiere wahrscheinlich der Gruppe der so genannten Flossenfüßer (Pinnipedia) , der auch Robben, Seelöwen und Walrosse angehören, entstammen werden.

Alleine die Tatsache, dass noch erst in den vergangenen 30 Jahren zahlreiche große Meerestiere entdeckt wurden, von denen zuvor niemand etwas geahnt hatte, oder die bis zu ihrer Entdeckung als längst ausgestorben galten, lege die Existenz weiterer unbekannter Arten nahe. Zu den genannten Wassertieren zählen der 1976 entdeckte Riesenmaulhai, der Manado-Quastenflosser von 1997 oder auch Balaenoptera omurai aus der Familie der Furchenwale, der Ende erst der 1970er Jahre entdeckt wurde.

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Für ihre statistische Auswertung historischer Berichte zogen die Forscher auch kryptozoologische Quellen heran, wenn beispielsweise so genannte "Seeschlangen" und ähnliche exotische, bislang unbekannte Wassertiere beschrieben wurden. Viele dieser Aufzeichnungen gehen zudem hunderte von Jahren zurück und bereicherten so die Grundlagen der statistischen Auswertung, da eine Vielzahl der Beschreibungen selbst von erfahren Beobachtern wie militärischem Personal oder Naturforschern stammen.

Auch unter Kryptozoologen, die sich der Erforschung noch lebender jedoch unbekannter und von der Wissenschaft unbeschriebener, jedoch anhand von Folklore, Legenden und Augenzeugenberichte beschriebener Tiere, so genannte Kryptiden (Nessie, Yeti & Co), beschäftigen, wird die Theorie, dass zahlreiche Sichtungen vermeintlicher "Seeschlangen" auf unbekannte und ungewöhnliche Arten von Flossenfüßern zurückgeführt werden können, diskutiert.

Zu diesen Wesen zählt auch das immer wieder beschriebene See-, bzw. Meerpferd (Cadborosaurus willsi), einer angeblich vier bis zu 30 Meter langen Seeschlange mit einem pferdeartigen Kopf, dass nicht nur anhand von Sichtungen beschrieben wurde, sondern dessen Überreste 1937 sogar schon im Magen eins Wals gefunden worden sein sollen.

Historische Darstellung eines als "langhalsiges Seekalb" bzw. Langhalsrobbe bezeichneten Kryptiden von 1751 | Copyright: Public Domain

Auch die so genannte zwei bis drei Meter langhalsige Seeschlange, die einem Plesiosaurier gleichen soll, halten einige Kryptozoologen möglicherweise für eine fehlinterpretierte noch unbekannte Langhalsrobbe, wie sie schon 1751 skizziert wurde. Als dritten Kryptiden erwähnt die Studie beispielhaft auch den so genannten Tizheruk, ein schon in den Mythen der Inuit beschriebenes Seeungeheuer, das in der pazifischen Arktis leben soll und als mit einem länglichen Körper und einem schlangenartigen Kopf beschrieben wird.

Sollten die vermuteten exotischen Flossenfüßer tatsächlich existieren, so legen die doch vergleichsweise seltenen Sichtungen gleichzeitig nahe, dass ihre Lebensräume sich auf wenig vom Menschen aufgesuchte Regionen der Ozeane beschränken.

Bereits im vergangene Juni hatten schottische Wissenschaftler dargelegt, dass noch mindestens 18 unbekannte Meerestiere zu entdecken seien, deren Körpergröße jenseits von 1,8 Metern liegt (...wir berichteten).

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / port.ac.uk
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