Dienstag, 2. Juni 2009

Astrometrie: Alte Methode zur Planetensuche erstmals erfolgreich

Künstlerische Darstellung des "VB 10"-Systems | Copyright: NASA/JPL-Caltech

Pasadena/ USA – Eine schon seit rund 50 Jahren vorgeschlagenen Methode zur Suche nach so genannten Exoplaneten, also Planeten außerhalb unseres eigenen Sonnensystems, hat nun einen ersten Erfolg erzielt: Ein Planet von der sechsfachen Größe des Jupiter umkreist einen der kleinsten bislang bekannten Sterne. Das kleine Zentralgestirn könnte allerdings auch innere Felsplaneten beherbergen.

Schon vor rund 50 Jahren wurde die so genannte Astrometrie, also die genaue Bestimmung der Position von Sternen am Himmel, zum ersten Mal zur Suche nach Exoplaneten vorgeschlagen. Hierbei wird die minimale Bewegung des Sterns am Himmel vermessen, die durch einen potentiell vorhandenen Exoplaneten verursacht wird. Da diese Methode jedoch absolut präzise Messungen und Langzeitbeobachtungen der anvisierten Sterne erfordert, konnte sie bislang nicht erfolgreich angewendet werden.

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Unbeirrt dessen betreiben die Astronomen Steven Prado und Stuart Shaklan vom Jet Propulsion Laboratory der NASA nun schon seit 12 Jahren ein astrometrisches Instrument am Palomar Observatory in San Diego und untersuchen dabei rund 30 Sterne mit potentiellen planetaren Begleitern.

"Die Astrometrie ist ideal geeignet, um Sonnensysteme ähnlich dem unseren zu finden, die auch erdähnliche Planeten beherbergen könnten", erklärt Pravado, der gemeinsam mit Shaklan die ersten Ergebnisse der nun erfolgreichen astrometrischen Planetensuche im "Astrophysical Journal" veröffentlicht hat.

"Wir haben einen Jupiter-artigen Planeten entdeckt, der seinen Stern verhältnismäßig auf etwa gleicher Position umkreist, wie Jupiter unsere Sonne, nur dass dieser Stern deutlich kleiner ist. Es ist allerdings möglich, dass dieser Stern auch innere Felsplaneten besitzt. Da mehr als sieben von zehn Sternen von dieser geringen Größe sind, könnte dies bedeuten, dass Planeten noch häufiger vorkommen als bislang gedacht."

Der neu entdeckte Planet erhielt die Bezeichnung VB10b und befindet sich etwa 20 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Adler (Aquila). Ähnlich weit von seinem Stern entfernt wie Jupiter von der Sonne, zählt VB 10b somit zu den so genannten kalten Jupitern. Sein Stern "VB 10" gehört zur Klasse der M-Zwerge und besitzt lediglich ein Zwölftel der Sonnenmasse - gerade groß genug also, um in seinem Innern den Prozess der Kernfusion aufrecht zu erhalten. Lange Zeit galt VB 10 sogar als kleiner bekannter Stern überhaupt. Auch wenn der Stern selbst massereicher als sein Planet ist, dürften beide etwa einen ähnlich großen Umfang haben.

"Auch andere bereits entdeckte Exoplaneten um größere M-Zwerge ähneln unserem Jupiter, was diese Sterne zu einem interessanten Ziel für die Suche nach erdähnlichen Planeten macht", zeigen sich Pravdo und Shaklan überzeugt. "Die Astrometrie ist ideal, um derartig kalte Jupiter um alle Arten von Sternen zu finden und damit zugleich auch Planetensysteme, die dem unserem ähneln."

Sollte VB 10 also weitere Planeten und somit ein ganzes Planetensystem beherbergen, würde es sich wahrscheinlich um eine Miniaturausgabe des Sonnensystems handelt. Proportional um unsere Sonne angeordnet befände sich VB 10b etwa auf der Umlaufbahn des innersten Planeten Merkur. Eventuell vorhandene innere Felsplaneten, würden also noch näher zum Stern hin platziert sein.

"Dies ist eine faszinierende Entdeckung", bestätigt auch Wesley Traub vom Exoplanet Exploration Program der NASA am JPL. "Es zeigt, dass es auch um sehr massearme Sterne Planeten geben kann. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Natur sehr oft Planeten entstehen lässt - selbst um Sterne, die unserer Sonne so gar nicht ähnlich sind."

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / jpl.nasa.gov
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