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Donnerstag, 4. Juni 2009

Funde stellen "Out-of-Africa"- Theorie in Frage - Stammt der Mensch ursprünglich aus Europa?

Die Knochenüberreste des 12 Millionen Jahre alten "Anoiapithecus brevirostris" | Copyright: Salvador Moyà-Solà/pnas.org

Barcelona/ Spanien - Millionen Jahre bevor sich die frühen Menschen in Afrika entwickelt haben, könnten ihre Vorfahren in Südeuropa gelebt haben. Diese neue Theorie wird von Funden fossiler Hominidenknochen in Spanien gestützt, die rund 12 Millionen Jahre alt sind.

Wie das Paläoanthropologen-Team um Salvador Moyà-Solà von der Universitat Autonoma de Barcelona (UAB) und dem Institut Català de Paleontologia (IPC) im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" darlegt, stammt der Fund aus einer Zeit der menschlichen Evolution, die bislang nur wenig belegt ist. Bei den versteinerten Überresten handelt es sich um Gesichtsknochen, den Unterkiefer und Zähne einer bislang nicht beschriebenen Art, die von den Wissenschaftlern auf den Namen "Anoiapithecus brevirostris" getauft wurde und sich in die Abstammungslinie der afrikanischen Hominiden einordnen lässt, aus denen sich Gorillas, Schimpansen und auch der Menschen entwickelt haben. Zugleich finden sich aber ebenfalls Merkmale einer verwandten Gruppe des so genannten Kenyapithecus.

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Moyà-Solà vermutet, dass die beiden Gruppen früher Hominiden beide ursprünglich in Europa lebten, bevor sich ihr Stammbaum in zwei Äste aufteilte, von denen einer zu den afrikanischen Menschenaffen und schließlich zum modernen Menschen führte.

Künstlerische Rekonstruktion von Anoiapithecus brevirostris | uab.es

Sollte die Theorie stimmen, so würden die Vorfahren des modernen Menschen nicht wie bislang von Vertretern der so genannten "Out-of-Africa"-Theorie vermutet, aus Afrika, sondern ganz ursprünglich aus Europa stammen, nach Afrika ausgewandert sein, um dann erst viel später erneut von Afrika aus den europäischen Kontinent zu besiedeln. Statt "Out-of-Africa", müsste es also vielleicht zukünftig unter Paläoanthropologen "Into-Africa" lauten, wenn es darum geht, die menschliche Entwicklungsgeschichte zu beschreiben.

Kritiker verweisen indes jedoch darauf, dass die Indizienlage und Anzahl der gefundenen Knochen noch nicht ausreiche, um die Evolutionsgeschichte der Menschenaffen lückenlos zu rekonstruieren und neu zu schreiben.

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