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Dienstag, 25. August 2009

Mögliche Ursache des Bienensterbens entdeckt

Honigbienen | Copyright: Wausberg/GNU FDL

Urbana-Champaign/ USA - Seit Jahren rätseln Wissenschafter über die Ursache des immer noch mysteriösen weltweiten massiven Bienensterbens. Zahlreiche Theorien haben bereits versucht, die sogenannte "Colony Collapse Disorder (CCD, Bienenvolk-Kollaps) zu erklären - eindeutige Beweise fehlten bislang. Jetzt glauben US-amerikanische Forscher die Hauptursache entdeckt zu haben vermuten jedoch zugleich, dass eine Kombination vieler Faktoren die Lage dramatisiert.

Von Pilzbefall, Viren, Milben über Pestizide, Anbau genmanipulierter Pflanzen bis hin zu Autoabgasen und Mobilfunkstrahlung wurden schon zahlreiche mögliche Ursachen angedacht, dargelegt und bemüht, um das dramatische Bienensterben der vergangenen Jahre zu erklären (...wir berichteten, siehe Links u.).

Forscher um Reed Johnson und May Berenbaum von der University of Illinois haben die bisherigen Theorien analysiert und kommen anhand eigener neuer Untersuchungen zu dem Schluss, dass bei den von CCD betroffenen Völkern die Eiweiß-Synthese gestört ist.

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In ihren Untersuchungen verglichen die Forscher die betroffenen mit gesunden Bienen und analysierten die Gentätigkeit in deren Verdauungstrakt. Hier fanden sie bei den CCD-Bienen eine erhöhte Menge an Bruchstücken von ribosomaler RNA, die wiederum wichtiger Bestandteil der sogenannten Ribosomen sind, die in den Zellen Proteine (Eiweiße) synthetisieren. Genau diese Eiweißproduktion ist es nun, die bei den CCD-Bienen gestört ist.

Im Fachjournal "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS) berichten die Wissenschaftler, dass Picorna-Viren, die Ribosomen besetzen und so virale Proteine produzieren können, die bei Bienen unter anderem zu Deformationen der Flügel führen können. Übertragen wird der Virus wiederum vornehmlich von der Varroa-Milbe, die bereits zuvor als einer der Hauptursachen gehandelt wurde.

Durch die Schwächung der Bienen durch das Virus, würden diese auch anfälliger für weitere schädigende Umwelteinflüsse, weshalb auch weitere bereits erwogene Ursachen beim Bienensterben eine Rolle spielen und zur Gesamtsituation beitragen könnten.

Alleine in den USA führte das massive Bienensterben 2006/2007 zu einem Verlust von rund 70 Prozent der Honigbienenbestände und auch aus anderen Ländern werden dramatische Zahlen gemeldet. 2007 bezifferte der "Deutsche Berufs und Erwerbs Imkerbund (DBIB)" die Rückgänge der deutschen Bienenvölker auf rund 25 Prozent. In England befürchten Wissenschaftler, dass es schon in zehn Jahren keine Honigbienen mehr geben könnte, wenn die Ausbreitung von CCD auf den Inseln nicht gestoppt werden könne.

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