Titanseen in der Cassini-Falschfarben-Radaraufnahme | Copyright: NASARennes/ Frankreich - Inhaltsstoffe in den ausgedehnten Seenflächen aus flüssigen Kohlenwasserstoffen auf Titan sind möglicherweise in solchen Mengen vorhanden, dass sie potentiellen Lebewesen auf dem Saturnmond als Nährstoffe dienen könnten. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie französischer Wissenschaftler, die damit zugleich aufzeigt, dass Himmelskörper wie Titan wesentlich lebensfreundlicher sein können als bislang geglaubt.
Auch wenn Oberflächentemperaturen von rund minus 180 Grad Celsius auf dem Saturnmond an Wasser in flüssiger Form nicht zu denken ist, könnten dennoch auch in den Seen aus flüssigen Kohlenwasserstoffen wie Methan und Ethan Lebewesen existieren. Als Nährstoffe, so die Theorie, stünde hier Azetylen (Ethin) zur Verfügung, von dem sich kälteresistente Organismen ernähren könnten.
Ethin, das vermuten Forscher, könnte sich in der Atmosphäre des Mondes bilden und würde dann im nachgewiesenen Flüssigkeitskreislauf auf die Mondoberfläche und in die Seen abregnen. Gemeinsam mit dem ebenfalls vorhandenen Wasserstoff könnte es den hypothetischen Titan-Lebewesen in Energie umgewandelt werden.
Ob und in welchen Mengen die Titanseen jedoch tatsächlich Azetylen beinhalten, darüber kann bislang nur spekuliert werden. Schätzungen von 1989, so berichtet der "New Scientist", gingen jedoch bislang lediglich davon aus, dass die Titanseen nur wenige Teile Azetylen in 10.000 beinhalten könnten.
Anhand neuer Daten der Mission Cassini-Huygens glauben die Forscher um Daniel Cordier von der "Ecole Nationale Supérieure de Chimie" (ENSC) in Rennes, dass der Azetylen-Anteil in den Seen deutlich höher ist. Es könnte sogar in genügend großen Mengen vorhanden sein, um tatsächlich Lebensformen zu ernähren.
Abhängig von Faktoren wie der Temperatur der Seen lösen sich die chemischen Komponenten unterschiedlich schnell auf. Auch die Menge der abregnenden Anteile beeinflusst die neuen Schätzungen. Im besten Fall könnten die Titanseen etwa das Hundertfache an Azetylen der bisherigen Schätzungen beinhalten und Werte von 1/100 erreichen.
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