Dienstag, 13. April 2010

"Dunkle Sonne" in Erdnähe entdeckt

Größenvergleich: Erde (u.r.), Jupiter, Brauner Zwerg, Zwergstern und Sonne (o.l.) | Copyright: NASA


Hatfield/ England - Englische Astronomen haben in nur knapp 10 Lichtjahren Entfernung den bislang unserem Planeten am nächsten gelegenen braunen Zwergstern entdeckt. Zugleich handelt es sich um das bislang kälteste und dunkelste Objekt dieser Klasse.

Wie die Forscher um Philip Lucas von der "University of Hertfordshire" online berichten, belegt die Entdeckung, dass Braune Zwerge wahrscheinlich viel zahlreicher sind und sogar noch näher zu unserem Sonnensystem existieren könnten als bislang angenommen.

Braune Zwergsterne sind Objekte mit typischerweise der dutzendfachen Masse des Jupiter, jedoch zu klein, um eine sonnenartige nukleare Fusion aufrechtzuerhalten. Dennoch leuchten die Zwergsterne, da sie noch von jener Hitze her glühen, die während ihrer Entstehung herrschte.

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Mit der wissenschaftlichen Bezeichnung "UGPS 0722-05", wurde der nahe Zwergstern durch seine Strahlung im Infraroten Lichtspektrum in nur 9,6 Lichtjahren Entfernung zur Erde entdeckt und befindet sich damit knapp doppelt so weit entfernt wie der dem Sonnensystem nächstgelegene Stern Proxima Centauri. Insgesamt nimmt "UGPS 0722-05" Platz sieben unter der dem Sonnensystem nächstgelegenen Sonnen, bzw. Sternen ein. Der bislang der Erde nächstgelegene Braune Zwerg, Epsilon Indi, ist rund 11,8 Lichtjahre entfernt.

Die Entfernung von "UGPS 0722-05" wurde mittels erster Parallaxenmessungen ermittelt und könnte zukünftig noch um etwa ein Lichtjahr korrigiert werden.

Mit lediglich 130 bis 230 Grad Celsius ist "UGPS 0722-05" zugleich der bislang kälteste bekannte braune Zwergstern als auch der lichtschwächste, gibt er doch nur 0.000026 Prozent der Energie unserer Sonne im Infrarotbereich von sich. 3,8 Millionen dieser Zwergsterne wären notwendig, um die Kraft unserer Sonne zu erreichen, berichtet der "New Scentist". Sein Durchmesser ist vergleichbar mit dem des Jupiters, jedoch besitzt er dessen fünf bis dreißigfache Masse.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / arxiv.org / newscientist.com


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