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Donnerstag, 28. Oktober 2010

WissHom: Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie gegründet

Archiv: Homöopathische Präparate (Illu.) | Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de

Köthen/ Deutschland - Der "Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte" (DZVhÄ) lädt am 11. November 2010 nach Köthen in Sachsen-Anhalt ein, um die "Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie" (WissHom) zu gründen.

WissHom-Mitglied könne jeder Arzt sowie jeder in der Forschung und Lehre tätige Wissenschaftler werden, "der sich den Aufgaben und Zielen der Gesellschaft verpflichtet fühlt", erläutert die Pressemitteilung des DZVhÄ.

Voraussetzung ist die Approbation oder der Nachweis des abgeschlossenen Hochschulstudiums und eine Beschreibung der eigenen wissenschaftlichen Tätigkeit, die bereits praktiziert oder angestrebt wird.

Die "WissHom" (wisshom.de) wird sich mit Forschung und Lehre im Bereich der homöopathischen Medizin und Tiermedizin, der homöopathischen Pharmakologie und Pharmazie beschäftigen. Dazu gehören alle damit in Zusammenhang stehenden Tätigkeiten wie Lehre, Forschung, Dokumentation, Publikation und Fortbildung sowie die Durchführung von wissenschaftlichen Veranstaltungen.

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Die Forschung in Bezug auf die Homöopathie soll dabei das ganze Spektrum der Wissenschaften berücksichtigen – quantitative und qualitative, naturwissenschaftliche und geisteswissenschaftliche Methoden und Inhalte, einschließlich Philosophie, Wissenschaftstheorie und Geschichte der Medizin.

"Mit der WissHom möchten wir ein Forum schaffen für den wissenschaftlichen Austausch zwischen homöopathischen Ärzten und Forschern. Neben den Fragen der klinischen Forschung wollen wir uns aber auch mit der Verbesserung der homöopathischen Praxis befassen, also Qualitätsmanagement, Falldokumentation, der Materia Medica. Aber auch Fragen der Wissenschaftstheorie und der Begriffsbildungen der Homöopathie interessieren uns. Und nicht zuletzt könnte die Gesellschaft auch etwas beisteuern zur Verbesserung der Lehre. Wichtig ist, dass solche Überlegungen unabhängig sind vom Berufsverband, der sich an der Tagespolitik orientieren muss", erläutert Angelika Gutge-Wickert, die im DZVhÄ-Vorstand für Weiterbildung zuständig ist.

"Innerhalb der einzelnen Sektionen - bisher sind das Forschung, Qualitätssicherung und Lehre - können sich Arbeitsgruppen bilden. Die können ggf. auch überschneidende oder konkurrierende Themen und Ansätze verfolgen, sie müssen sich nur nach bestimmten Spielregeln richten. Dazu gehört, dass sie ihre Ergebnisse dann regelmäßig publizieren müssen", fügt der 2. DZVhÄ-Vorsitzende Curt Kösters hinzu.

Um - wie bisher nur zu oft geschehen - zu verhindern, dass gute Gedanken und Forschungsansätze in irgendwelchen Schubladen verschwinden oder Ergebnisse aufgrund Urheberrechtsfragen versickern will die "WissHom" sicherstellen, dass die Ergebnisse am Ende der homöopathischen Gemeinschaft auch zur Verfügung stehen.

Trotz einiger Forschung zu Homöopathie an einigen deutschen Hochschulen, ist diese noch viel zu selten, so Kösters. Dennoch wolle und könne man die bestehenden Bemühungen nicht ersetzten: "Das Ziel ist zunächst mal, dass es einen besseren Austausch zwischen Praxis und Forschung gibt; wenn jemand eine Studie über die Behandlung von Marathonläufern macht, und das aus methodischen Gründen mit einem Mittel im Sinne einer bewährten Indikation, wäre es doch ganz sinnvoll, sich zunächst mal Gedanken zu machen, mit welchem Mittel das funktionieren könnte. Die Hypothesen, die von der Forschung untersucht werden, müssen aus der Praxis generiert werden. Und das gilt auch für die Theoriebildung. Wir arbeiten da mit Begrifflichkeiten und Modellen, die in den letzten 150 Jahren fast niemand mehr kritisch hinterfragt hat. Das wäre auch für die Grundlagenforschung ganz interessant, wenn wir uns das noch einmal genauer anschauen und mit anderen wissenschaftlichen Disziplinen – sowohl Kultur- und Geisteswissenschaften als auch Naturwissenschaften – vernetzen."

Bücher zum Thema:

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Zur immer wieder gestellten Frage nach der Wirksamkeit der Homöopathie fügt Kösters abschließend hinzu: "Neulich habe ich in einem Blog den schönen Satz gelesen: 'Homöopathie lehne ich allein deswegen schon ab, weil ich nicht möchte, dass sich mein Leitungswasser daran erinnert, wo es schon überall war.'

Darum geht es. Wir können in der Tat belegen, dass Homöopathie wirksam ist. Wir können auch schon recht gut belegen, dass es sich dabei um eine substanzspezifische Wirkung handelt. Aber dennoch bleibt das Ganze irgendwie unheimlich, mysteriös und schwer zu verstehen, wenn man genauer über den Wirkungsmechanismus nachdenkt. Ich glaube, dass die Homöopathie systemtheoretisch eigentlich recht gut zu verstehen ist; ich habe aber großes Verständnis für Leute, die meinen, dass das nur Humbug sein kann – vor allem, wenn sie das noch nie praktisch sehen konnten. Ohne Bäume und Äpfel würde ich auch nicht an Schwerkraft glauben."

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / wisshom.de / dzvhae.de
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