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Mittwoch, 22. Dezember 2010

Verspätet: Neuseelands UFO-Akten sollen noch in diesem Jahr veröffentlicht werden

Standbilder aus den TV-Aufnahmen der Kaikoura-UFOs | Copyright: unbek.

Wellington/ Neuseeland - Nachdem das Verteidigungsministerium und das Staatsarchiv von Neuseeland im vergangenen Frühjahr angekündigt hatten, die bislang noch geheimen UFO-Akten des südpazifischen Inselstaats noch in diesem Jahr zu veröffentlichen (...wir berichteten), scheint dieses Ereignis nun kurz bevor zu stehen.

Insgesamt, so berichtet "Stuff.co.nz", stünden mehr als 2000 Seiten in insgesamt 12 Ausgaben zur Veröffentlichung bereit, nachdem die Behörden der "Neuseeländischen Verteidigungsstreitkraft" (New Zealand Defence Force, NZDF) damit beschäftigt waren, Informationen, die Persönlichkeitsrechte betreffen, in den Akten zu anonymisieren.

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Den Inhalt der zu erwartenden Akten werde von der NZDF jedoch nicht kommentiert, zitiert sie Seite den Behördensprecher Lavae Tamariki. "Wir waren lediglich eine Sammelstelle für diese Informationen. Wir haben die gemeldeten Fälle jedoch nicht untersucht, keine Berichte erstellt oder Erkenntnisse daraus gewonnen." Der Grund für diesen sonderbaren Umstand, dass man lediglich Berichte gesammelt habe, sich jedoch angeblich in keinster Weise für deren Inhalt zu interessieren - die Akten jedoch zugleich unter Verschluss hielt, sei Personalmangel gewesen, so Tamariki.

Hintergrund:
Zu den in den Akten belegten Fällen ab den 1950er Jahren zählen auch Klassiker der UFO-Historie, wie etwa der Fall der sogenannten Kaikoura-Sichtung im Dezember 1978. Damals filmte ein australisches Fernsehteam Lichter über der Hauptstadt des gleichnamigen Kaikoura-Distrikts auf der Südinsel Neuseelands (s. Abb.). Zugleich wurden die Phänomene auch von einem Flugzeug aus gesichtet und erschienen auf Radar.

Obwohl Skeptiker die Sichtung umgehend als Verwechselung mit dem Planeten Venus und Autoscheinwerfern abtaten, führten sowohl die Luftwaffe Neuseelands (Royal New Zealand Air Force, RZNAF), die Polizei und das "Centre Observatory" in Wellington eine gemeinsame Untersuchung des Vorfalls durch, deren Ergebnisse für jedoch umgehend für "Top Secret" erklärt wurden und in den geheimen Archiven verschwanden.

Erst im vergangenen Jahr hatte sich ein ehemaliger Angestellter des neuseeländischen Transportministeriums an die Zeitung gewandt und erklärt, dass kurz nach dem Vorfall US-amerikanische Militärmaschinen mit ungewöhnlichen Kennungen die Gegend untersucht hätten. Einer Anfrage von "The Press" bezüglich Einsicht bzw. Veröffentlichung der Unterlagen wurde damals nicht entsprochen. Als offizielle Erklärung für diese Zurückhaltung erklärten die Behörden, dass man derzeit nicht die personellen Möglichkeiten habe, die Akten auf eine mögliche Freigabe hin zu überprüfen. Die Unterlagen könnten jedoch auch über das Staatsarchiv (Archives New Zealand) beantragt werden. Eine dortige Anfrage durch die Zeitung ergab jedoch, dass die Akten zum Kaikoura-Vorfall derzeit wiederum von der NDZF ausgeliehenen seien.

Während seriöse UFO-Forscher auf die Informationen über entsprechende Phänomene gespannt sind, zeigten sich die neuseeländischen Skeptiker schon im Frühjahr und vorab unbeeindruckt von dem Vorhaben und ergehen sich in Alien-Klischees und Banalisierung der Inhalte: "Es ist die Pflicht der Regierung derartige Unterlagen zu archivieren, was dann jedoch den falschen Eindruck erwecken kann, dass es in dieser Angelegenheit große Aktivität gebe", erklärte die Vorsitzende der "New Zealand Sceptics" Vicki Hyde. "Vielleicht gibt es tatsächlich auch sonst wo intelligentes Leben? Ob dieses aber zu Erde kommt, um uns hier für blöd zu verkaufen und mit uns ein kosmisches Versteckspiel zu treiben, ist eine ganz andere Frage." Es sei ein großer Schritt zwischen der Sichtung unbekannter Objekte oder Lichter hin zur Deutung dieser als außerirdische Raumschiffe. Laut Hyde finden auch die meisten UFO-Sichtungen in Neuseeland ganz normale Erklärungen wie fehlinterpretierte Satelliten und Vogelschwärme.

Bislang haben rund ein Dutzend Länder ihre einst geheimen UFO-Akten und offiziellen Studien zum Thema veröffentlicht, darunter Frankreich, Mexiko, Belgien, Kanada, Brasilien, Australien, Uruguay, die Ukraine, Dänemark, Schweden, Russland und das Vereinigte Königreich. Obwohl sich unter diesen Ländern zahlreiche Nachbar- und NATO-Mitgliedsstaaten befinden, beharrt die deutsche Bundesregierung weiterhin darauf, dass man sich nicht für UFOs interessiere und bislang in dieser Richtung auch noch keine Nachforschungen angestellt habe.

Wir werden natürlich umgehend berichten, sobald die Akten online zur Verfügung stehen...

- Ausführliche Informationen zur Kaikoura-Sichtung von 1978 finden Sie HIER

- UFO-Sichtungen unter Beteiligung von Angehörigen des neuseeländischen Militärs finden Sie HIER

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