Dienstag, 15. Februar 2011

Planet X: Weltraumteleskop soll gigantischen bislang unbekannten Planeten finden

Größenvergleich zwischen der Erde (r.), Jupiter (m.) und Tyche (l.), Illu. | Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de

Lafayette/ USA - Sie glauben, alle Planeten unseres Sonnensystems sind bereits entdeckt? Mit dieser Ansicht könnten sie bald schon sehr alt aussehen. Zumindest vermuten dies zwei US-Astronomen und gehen davon aus, dass im äußersten Rand des Sonnensystems ein weiterer und zudem gigantischer Gasplanet die Sonne umkreist. Die Beobachtungsdaten des Infrarotteleskops WISE könnten diesen Riesenplaneten offenbaren. Schon im April sollen diese Daten veröffentlicht werden.

Seit 1999 sorgen John Matese und Daniel Whitmire von der "University of Louisiana" mit ihrer Theorie über einen verborgenen großen Begleiter der Sonne, wie er Kometen aus der sogenannten Oortschen Wolke in Richtung des inneren Sonnensystems lenken könnte, für kontroverse Diskussionen.

"Tyche", so der vorläufige Name des noch nicht bestätigten "Dunklen Jupiters" (...wir berichteten), könnte viermal so groß wie der bislang größte Planet des Sonnensystems Jupiter sein. Sein Abstand von der Sonne würde laut den Berechnungen der Forscher das 15.000fache des Abstands zwischen Erde und Sonne betragen.

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Zuvor vermuteten Matese und Whitmire, dass ein Brauner oder Roter Zwergstern die Sonne begleitet und alle 30 Millionen Jahre einen Kometenschauer in Richtung Erde schicken könnte, wie er hier für die irdischen Massensterben, beispielsweise dem der Dinosaurier, verantwortlich wäre. Mit diesem, auf den Namen "Nemesis", getauften Zwergstern, würde es sich bei unserem Sonnensystem um ein Binärsystem handeln (...wir berichteten). Auf der Grundlage neuerer Daten, betrachten mittlerweile jedoch auch Whitmire und Matese mittlerweile ein solches Modell als widerlegt. Stattdessen habe sie ihre Theorie nun auf einen gigantischen Planeten ausgelegt.

Das Astronomen-Duo geht davon aus, dass "Tyche" hauptsächlich aus Wasserstoff und Helium besteht und eine Atmosphäre mit farbigen Bändern und Wirbelflecken, ähnlich wie jener des Jupiters aufweist. Auch sei davon auszugehen, dass der Planeten zahlreiche Monde besitzt.

Bei einer Temperatur von -73 Grad Celsius soll Tyche immerhin noch fünf mal wärmer sein als Pluto und sich somit im Infraroten Lichtspektrum, auf das WISE ausgerichtet ist, abzeichnen. Hierbei handelt es sich um Restwärme der Hitze der Entstehung des Planeten.

Die erste Tranche der WISE-Daten will die NASA im kommenden April der wissenschaftlichen Gemeinde zugänglich machen. Sobald diese Daten die Existenz von "Tyche" bestätigen, sollen dann auch andere Teleskope auf den Riesenplaneten ausgerichtet werden.

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