Die Überreste einer steinzeitlichen Schwitzhütte in Marden Henge | Copyright/Quelle: english-heritage.org.uk, thisiswiltshire.co.ukDevizes/ England - In der südenglischen Grafschaft Wiltshire haben Archäologen die Überreste eines Gebäudes freigelegt, das - so die Interpretation der Wissenschaftler - einst als eine Art Schwitzhütte genutzt wurde. Schon jetzt ziehen die Forscher Vergleiche zu den Schwitzhütten der nordamerikanischen Ureinwohner, aber auch von Schamanen in anderen Teilen der Nordhalbkugel, wie sie zur Initiation, zeremoniellen und medizinischen Reinigung verwendet wurden.
Der Fund gelang Archäologen um Jim Leary vom "English Heritage", der englischen Behörde zur Erhaltung und Pflege von archäologisch und historisch bedeutsamen Stätten, bei archäologischen Grabungen in Marden Henge, der eist größten, jedoch heute nicht mehr sichtbaren, Henge-Anlage Großbritanniens in der Nähe des Flusses Avon, die auf einer geraden Linie zwischen den Steinkreisen von Stonehenge und Avebury liegt (...wir berichteten 1, 2). Das Alter des Gebäudes datieren die Forscher auf rund 4.500 Jahre.
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"Das Gebäude erweckt Assoziationen zu den Schwitzhütten der nordamerikanischen Ureinwohner. Der Grund hierfür liegt hauptsächlich im Aufbau des Bodens, der von einer großen Feuerstelle dominiert wird. Diese ist derart groß, dass kaum Platz für eine sonstige Nutzung des Gebäudes wie etwa kochen oder wohnen übrig bleibt", so der Archäologe auf einer Pressekonferenz am vergangenen Sonntag in Devizes. Auch die Nähe zum Fluss und dem damit einfach zur Verfügung stehenden Frischwasserquelle, lege eine Nutzung als Schwitzhütte nahe.
Ob das Gebäude tatsächlich auf diese Weise genutzt wurde, könne heute natürlich nicht mehr eindeutig nachgewiesen werden. Reinigungsrituale in Verbindung mit der Henge-Anlage seien jedoch durchaus vorstellbar.
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