Dienstag, 12. April 2011

Studie: Doch keine Eisvulkane auf Saturnmond Titan?

Bildkomposition des Saturnmondes Titan aus vier Aufnahmen der Cassini-Sonde von 2005 (koloriert) | Copyright: Alan Taylor, NASA

Moffet Field/ USA - Noch bis vor kurzem galt der größte Saturnmond Titan, der mit seiner dichten Atmosphäre nicht nur der jungen Erde gleichen soll und als einziger Körper im Sonnensystem, neben der Erde, über einen Flüssigkeitskreislauf - hier jedoch nicht aus Wasser, sondern aus flüssigen Methan und Ethan - verfügt, unter Planetenwissenschaftlern als geologisch aktiv, mit einer Oberfläche, die von Eiskvulkanen geformt wird. Eine neue Studie zieht diese Vorstellung nun jedoch in Zweifel.

Wie die Forscher um Jeff Moore vom "Ames Research Center" der NASA aktuell im Fachmagazin "Icarus" berichten, soll das Innere von Titan erkaltet und geologisch "eingeschlafen", also auch nicht in der Lage sein, aktive Eisvulkane anzutreiben.

"Es wäre fantastisch, wenn es Beweise dafür gäbe, dass Titan über eine interne Wärmequelle verfügen würde, um Eisvulkane und Lavaflüsse zu bilden", so Moore. "Die hierzu vorliegenden Beweise sind jedoch nicht überzeugend und kürzliche geophysikalische Studien schwächen die Möglichkeit von Eisvulkanen zusehends."

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Während Wissenschaftler darin übereinstimmen, dass es auf Titan Seen aus flüssigem Methan und Ethan, von diesen exotischen Flüssigkeiten geformte Täler und Einschlagskrater verfügt, werden andere Daten der Saturnsonde Cassini weiterhin kontrovers diskutiert.

Statt jedoch von eigener geologischer Aktivität, soll laut den Autoren der aktuellen Studie, die Oberfläche des Saturnmondes von Kräften von außen, in Form etwa von Einschlägen von Asteroiden bzw. Meteoriten, sowie von Wind und Regen, der Flüsse und Seen füllt, geformt werden.

Erst im vergangenen Dezember (2010) entdeckten NASA-Wissenschaftler anhand topografischer Daten der Titan-Region "Sotra Facula" Geländemerkmale, wie sie auf einen möglichen Vulkanberg hindeuten (...wir berichteten). Doch auch diese Interpretation sehen die Autoren der neuen Studie als noch nicht eindeutig.

Ein maßstabsgetreuer Vergleich der Oberflächenstrukturen zwischen der Xanadu-Region auf Titan (links) und einem von Kratern übersäten Terrain auf dem Jupitermond Callisto (rechts), aufgenommen von den Sonden Cassini und Galileo. | Copyright: NASA/JPL-Caltech

Titan gleiche vielmehr dem erkalteten Jupitermond Callisto, nur, dass dieser kein Wetter aufweise. "Jedes Detail, das wir auf Titan sehen, kann so auch durch Wind, Regen und Meteoriteneinschläge erklärt werden - es bedarf also keiner internen Wärmequelle", so Moore.

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