Dienstag, 7. Juni 2011

Australische Regierung hat UFO-Akten "verloren und vernichtet"

Die australische Staatswappen | Copyright: Public Domain

Canberra/ Australien - "Gibt es eine bessere Vorlage für Verschwörungstheoretiker?", fragt der "Sydney Morning Herald" als Einführung in einen aktuellen Bericht über die "X-Akten" des australischen Verteidigungsministeriums, aus dem hervorgeht, dass das dortige "Department of Defence" seine bislang geheim gehaltenen Akten über UFO-Sichtungen und -Phänomene "verloren und vernichtet" haben will.

"Jahrzehntelang", so berichtet die Zeitung (smh.com.au) weiter, "haben die australischen Verteidigungsbehörden eine unbekannte Anzahl von UFO-Sichtungen untersucht, die ihr von Seiten der Zivilbevölkerung gemeldet wurden. Geheimdienstoffiziere im Dienst der 'Royal Australian Air Force' haben hierbei Bewegungen bekannter Flugkörper mit den Eigenschaften der beschriebenen unbekannten und unidentifizierten Flugobjekte ( UFOs ) abgeglichen und stets freundlichen auf schriftliche Anfragen von Sichtungszeugen geantwortet." Einige dieser Berichte wurden nach Abschluss der Untersuchungen jedoch als "Geheimsache" deklariert und bis heute nicht veröffentlicht.

Nachdem bereits zuvor andere Länder ihre einst geheimen UFO-Archive veröffentlich hatten, bemühte sich auch der "Sydney Morning Herald" unter Berufung auf das Informationsfreiheitsgesetz um Einsicht in die geheimen "X-Akten" des australischen Verteidigungsministeriums: "Die Antwort allerdings war viel überraschender als das, was die meisten Akten wahrscheinlich beinhaltet hatten - die (angeforderten) Materialien seien größtenteils verloren gegangen."

Zwei Monate lang, so berichtet die Zeitung, habe das Ministerium nach den Akten gesucht, bis dann im vergangenen Mai die beim Ministerium für Anfragen unter Berufung auf das Informationsfreiheitsgesetz (Freedom of Information, FOI) zuständige Natalie Carpenter das erstaunliche Ergebnis der Suche nach den UFO-Akten präsentierte:

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Gerade einmal eine Akte konnte ausfindig gemacht werden. Alle anderen seien vernichtet worden. Die aufgetauchte Akte bezieht sich auf die UFO-Sichtung von Woomera mit dem Titel ''Report on UFOs/Strange Occurrences and Phenomena in Woomera''.

Des Weiteren sei man noch auf Hinweise auf eine weitere UFO-Akte gestoßen, doch könne man diese nicht mehr lokalisieren: "In dem Bemühen diese Akten zu finden, haben wir sowohl im 'Defence Record Management System', den 'National Archives Australia' in Camberra, den 'National Archives Australia" in Chester Hill, den 'Defence Archives Queanbeyan' und am 'Headquarters Air Command' und an der 'RAAF Base Glenbrook' gesucht. (...) Die besagte Akte konnte jedoch nicht gefunden werden und das Luftwaffen Hauptquartier hat uns angewiesen die Akte offiziell als 'verloren' zu deklarieren."

Ebenfalls zerstört wurden frühere FOI-Anfragen zu den UFO-Untersuchungen. Hierbei, so das Ministerium, handele es sich jedoch um eine übliche Vorgehensweise.

Laut dem "Sydney Morning Herald" sei auch die einzige entdeckte Akte mehr als skizzenhaft. Eigentlich handele es sich lediglich um eine Handvoll alter Zeitungsausschnitte und verstreute formale Regierungskorrespondenzen. Zudem geht aus der Akte hervor, dass vor rund sechs Jahren die australische UFO-Forschungsorganisation "Australian UFO Research Association" offenbar erfolgreich den Standort weitere Akten lokalisieren konnte. Diese gelten jedoch ebenfalls mittlerweile ebenfalls "verloren".

Aus einer Zusammenfassung gehen UFO-Sichtungen durch Zeugen aus Woomera, einem Ort in der bis 1982 als militärisches Sperrgebiet deklarierten "Woomera Prohibited Area" (WPA) (und wo sich auch die "Deep Space Station 41" der NASA befindet, mit der unter anderem auch die Übertragung der Signale der Apollo-Mondlandungen weitergeleitet wurden) im Oktober 1952 hervor. Damals beschrieb der Stabsfeldwebel (Warrant Officer) G. E. Millard, dass er die Flugbahn eines unidentifizierten Flugobjekts 24 Minuten lang auf Radar verfolgen konnte, ohne das Objekt jedoch mit dem zum Radar gehörenden Teleskop sehen zu können. Nach einer ausführlichen Untersuchung, kam der Offizier später dann zu dem Schluss, dass es sich um eine Schneewolke gehandelt habe.

Nachdem das australische Verteidigungsministerium also jahrzehntelang UFO-Sichtungen zusammengetragen und untersucht hatte, entschloss man sich dann 1996 dazu, diese Arbeiten einzustellen, nachdem man zu dem Schluss gekommen war, "dass es keinen wissenschaftlich fundierten Grund gibt, eine Untersuchung von 'Unusual Aerial Sightings' (UAS, dt. = ungewöhnliche Himmelssichtungen) auf offizieller Ebene fortzuführen." Seither werden UFO-Zeugen an die lokalen Polizeibehörden oder zivile UFO-Forschungsorganisationen verwiesen, mit welchen man - so betont das Verteidigungsministerium - jedoch in keinerlei weiterführender Verbindung stehe.

Erst kürzlich hatte die Schauspielerin Shirley MacLaine über vermeintliche Andeutungen des einstigen australischen Außenministers berichtet, aus welchen sie Hinweise auf dessen Insider-Wissen über UFOs ableitete (...wir berichteten, s. Links).

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / smh.com.au
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