Mittwoch, 21. September 2011

NASA fordert Sperrung der Apollo-Landestellen für zukünftige Erkundung und Besuche

Archiv: Ein Schuhabdruck Buzz Aldrins im Mondstaub, fotografiert während der ersten Mondlandung durch "Apollo 11" im Juli 1969. | Copyright: NASA

Washington/ USA - Laut Dokumenten, die dem wissenschaftlichen Fachmagazin "Science" vorliegen, wird die NASA noch Ende diesen Monats eine Leitlinie vorschlagen, nach der die Landestellen der Apollo-Mondlandungen als Orte von besonderem historischen Wert geschützt werden sollen. Eine solche Regel würde Landeorte und Artefakte weiträumig vor zukünftiger Erkundung durch andere Raumfahrzeuge, Sonden, Landeeinheiten und Rover schützen.

Besonders vor dem Hintergrund lang- und mittelfristiger Monderkundungen wie unter anderem Googles "Lunar X-Prize", einem mit 20 Millionen Dollar Preisgeld ausgestatteten Wettbewerb um die erste private Landung auf dem Erdtrabanten, sei die Forderung von großer Wichtigkeit. Tatsächlich sorgt besonders die Auslobung eines Zusatzpreises für das erste privat erstellte Foto der Apollo-Artefakte unter Mondforschern und Historikern für Bedenken und Sorge um den Schutz der historischen Landeorte.

Mehr als drei Dutzend Orte auf dem Mond werde die NASA so für oder auch vor der Nachwelt schützen wollen und soll eine 75 bis 225 Meter weite Sicherheitszone um die Apollo-Artefakte fordern.

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Zwar, so erste Berichte weiter, berufe sich die Petition darauf, dass es sich bei den Landeorten der Apollo-Missionen um "Eigentum der US-Regierung auf dem Mond" handelt, doch widerspricht der "Vorschlag" damit jedoch dem schon 1979 "Mondvertrag", aus dem deutlich hervorgeht, dass die Mondoberfläche keinen Besitzer haben kann. Allerdings wurde dieser Vertrag nur von 13 Staaten ratifiziert, weitere vier haben ihn unterzeichnet. Besondere Gegenwehr kam aus den USA, da diese ihre freien Rechte auf möglichen Profit und Ressourcen gefährdet sahen.

Trotz der nicht bindenden Natur der Forderung der NASA, hofft man in Washington darauf, dass sie von möglichst vielen Ländern zumindest respektiert werden wird.

Neben dem aus historischer Sicht durchaus nachvollziehbaren Aspekt - man stelle sich nur einmal die von der Radspur eines X-Prize-Rovers durchkreuzte ersten Schuhabdrücke von Neil Armstrong und Buzz Aldrin auf dem Mond vor - gibt es auch klare wissenschaftliche Interessen an einem Schutz der Apollo-Landestellen. So könnten beispielsweise die Untersuchung auf dem Mond zurückgelassener Alltagsgegenstände wie Essen und Fäkalien der Astronauten, interessante Informationen über die Überlebensfähigkeit von Bakterien unter den unwirtlichen Bedingungen der vor Weltraumstrahlung und Kälte ungeschützten Mondoberfläche liefern.

Tatsächlich hatte eine kalifornische Behörde schon im Januar 2010 insgesamt 106 Artefakte von "Apollo 11" unter Denkmalschutz gestellt und selbst den Schutz der Landestelle als Weltkulturerbe der UNESCO gefordert. Zu den zu schützenden Objekten, zählen neben den Landefähren Instrumenten und Rovern auch banale Kleinstteile wie Urinalbeutel und Verpackungsmaterial (...wir berichteten).

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / sciencemag.org
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