Freitag, 21. Oktober 2011

US Air Force löscht Anweisungen zur Meldung von UFO-Sichtungen durch Militärpersonal aus Leitfaden

Titelkopf der "Air Force Instruction 10-206" von 2008. | Copyright: Public Domain

Washington/ USA - Die "US Air Force" hat, neben zahlreichen anderen Abschnitten, die Passage über Vorgaben zur Meldung von "unidentifizierten Flugobjekten" (UFOs) aus dem Leitfaden für das Militärpersonal entfernt. Die einflussreiche Online-Zeitung "The Huffington Post" sieht einen Zusammenhang zwischen der aktuellen Löschung des UFO-Kapitels mit einer Anfrage zu Sinn und Absicht genau dieses Teils der "Air Force Instruction 10-206". Tatsächlich wurde das Papier nur vier Tage nach der Anfrage der Zeitung entsprechend überarbeitet. Die "US Air Force" selbst verneint einen solchen Zusammenhang sowie jegliche Vertuschung in Sachen UFOs.

Schon in den Jahren zuvor wurde das Dokument zwar mehrfach überarbeitet, doch die Anweisung an Piloten, Radar-Lotsen und anderes Personal der Luftstreitkräfte der USA darüber, wie sie im Falle der Entdeckung oder Begegnung mit unbekannten Flugobjekten mit diesen umzugehen sei, waren bislang immer beibehalten worden. Erst in der neusten Version, die am 6. September 2011 veröffentlicht wurde, sucht man nun auch das "UFO-Kapitel" vergebens.

Obwohl die "US Air Force" schon 1969 mit dem Abschlussbericht zur damaligen offiziellen UFO-Studie im Rahmen von "Project Bluebook" offiziell die Erforschung und das Interesse am UFO-Phänomen ad acta gelegt hatte, wies der Leitfaden der US-Luftstreitkräfte ihr Personal demnach weiterhin an, zu sämtlichen Sichtungen von "unidentified flying objects" (Unidentifzierte FlugObjekte, UFOs) Daten über die Flughöhe, Bewegungsrichtung, Geschwindigkeit, Flugweg und -Manöver, die Art der Entdeckung, Beobachtungsdauer und die Art und Weise, wie das Objekt wieder verschwand, zu dokumentieren. Sichtungen von UFOs (ein Terminus der auch in der Militärsprache nicht automatisch mit Fluggeräten außerirdischer Herkunft gleichzusetzen ist), wurde somit die gleiche Bedeutung beigemessen, wie Beobachtungen von Raketen, feindlichen Flugzeugen oder unidentifizierten Unterseebooten und sie sollten schlussendlich dem "Nordamerikanischen Luft- und Weltraum-Verteidigungskommando" (North American Aerospace Defense Command, NORAD) gemeldet werden, das für den Schutz des Luftraums und des Alls über den USA und Kanada verantwortlich ist.

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Nach eigenen Angaben habe die "Huffington Post" (huffingtonpost.com, s. Link) noch am 2. September 2011 die "US Air Force" um eine Stellungsnahme bezüglich der UFO-Direktive in dem Leitfaden gebeten und sei von einem Sprecher darauf verweisen worden, dass man ein Interview mit einem geeigneten Offizier arrangieren werde. "Doch noch bevor dieses Interview angesetzt wurde, wurde das 111 Seiten starke Dokument am 6. September 2011 umfangreich überarbeitet, unter anderem auch die UFO-Bezüge daraus entfernt und das Papier auf nur noch 40 Seiten radikal gekürzt."

Wochenlang, so berichtet die Zeitung weiter, hätte das Militär in der Folge auf weitere Anfragen - auch über die aktuelle Kürzung des Leitfadens - nicht beantwortet, selbst dann nicht, wenn diese nicht direkt auf das UFO-Kapitel verwiesen haben.

Erst nach zahlreichen Anrufen, habe sich dann am 5. Oktober 2011 ein Major in einer E-Mail an die "Huffington Post" gewandt und diese darüber informiert, dass "UFO-Sichtungsmeldungen nicht zum Aufgabenbereich der Streitkräfte (der USA) gehören." Zugleich verneinte der Sprecher eine Vertuschung und erklärte stattdessen, dass die Kürzung des Dokuments und die damit einhergehende Löschung des UFO-Abschnitts in "keinem Zusammenhang mit der Anfrage der Zeitung stehe".

"UFO-Meldungen sind eine NORAD-Anordnung, aber kein Anordnung für operative Berichte der Air Force", zitiert die Online-Zeitung die entsprechende E-Mail des Offiziers.

"Alle Air Force Anweisungen werden in regelmäßigen Abständen - etwa alle zwei bis drei Jahre - überarbeitet. In der aktuellen Überarbeitung haben wir lediglich jene Anweisungen entfernt, für die es in der "Air Force Instruction 10-206" keinen Anwendungsspielraum gab."

Bezüglich aller anderen Fragen über Anweisungen zur Meldung von UFOs, müsse er an das NORAD verweisen, so Maj. Steffey in seiner Mail. Und tatsächlich gesteht das NORAD offiziell ein, dass die Untersuchung von Meldungen "unidentifizierter Flugobjekte" in den Aufgabenbereich des Kommandos fällt.

Gegenüber der "Huffington Post" erläutert der NORAD-Pressesprecher John Cornelia zu dieser Frage: "Wenn wir hier von UFOs sprechen, so ist das buchstäblich im Sinne 'unidentifizierte Flugobjekte' und nicht von außerirdischen Flugobjekten zu verstehen. (...) Das sind beispielsweise Radarkontakte, die wir nicht zuordnen können und wir sind dafür verantwortlich, diese Objekte zu identifizieren. In solchen Fällen wissen wir zwar, dass es sich um irgendeine Art von Flugzeug handelt, aber wir wissen nicht, wer es fliegt. Deshalb müssen wir dann aufsteigen und das Objekt identifizieren."

- Den vollständigen Artikel "Air Force UFO Rules Vanish After Huffington Post Inquiry" der Huffington Post mit weiteren Informationen über UFO-Untersuchungen der "US Air Force" sowie den Versionen der "Air Force Instruction 10-206" vor und nach der aktuellen Kürzung in Originallänge finden Sie HIER

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / huffingtonpost.com
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