Mittwoch, 30. November 2011

Gerichtsverhandlung um geheimes UFO-Dossier des wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages

UFOs und Justitia (Illu.). | Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de

Berlin/ Deutschland - Der Bundestag weigert sich, eine Ausarbeitung seiner Wissenschaftlichen Dienste über UFOs und Außerirdische zu veröffentlichen. Ein Bürger klagt nun vor dem Verwaltungsgericht Berlin auf Herausgabe der Ausarbeitung nach dem Informationsfreiheitsgesetz (...wir berichteten 1, 2). Einen Tag vor der Verhandlung hat "Exopolitik Deutschland" die Hintergründe zum Verhandlungsinhalt zusammengefasst.

- Bei dieser Meldung handelt es sich um einen Pressemitteilung der "Deutschen Initiative für Exopolitik", exopolitik.org

Wie kam es zu der UFO-Ausarbeitung des Wissenschaftlichen Dienstes?

Auf Grund einer Bürgeranfrage im Namen von "Exopolitik Deutschland" beauftragte eine Bundestagsabgeordnete der CDU-Fraktion den Wissenschaftlichen Dienst des Deutschen Bundestags mit einer Ausarbeitung zu der Frage, weshalb die VN-Resolution A/33/426 zur Beobachtung unidentifizierter Flugobjekte und extraterrestrischen Lebensformen in Deutschland niemals umgesetzt wurde. Die Abgeordnete war so freundlich, diese Ausarbeitung an "Exopolitik Deutschland" weiter zu leiten.

Was steht in der Ausarbeitung?

Die Autoren der Ausarbeitung halten es für wahrscheinlich, dass deutsche Behörden sich inoffiziell mit UFOs beschäftigen könnten: "Die Aussage, dass der Bundesregierung keine Erkenntnisse vorliegen, die eine zuverlässige Einschätzung der Wahrscheinlichkeit extraterrestrischen Lebens erlauben würden (und) eine Landung Außerirdischer auf dem Territorium der Bundesrepublik Deutschland ... nach heutigem wissenschaftlichen Kenntnisstand für ausgeschlossen (hält), besagt nichts darüber, ob in der Vergangenheit nicht doch entsprechende Untersuchungen gemacht wurden.

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Die Tatsache, dass sowohl Großbritannien als auch Frankreich sich mit der Fragestellung nach der Existenz von UFOs und außerirdischen Lebensformen beschäftigten und dies - nach vorheriger Geheimhaltung - in den letzten Jahren sogar via Internet veröffentlicht haben, legt die Vermutung nahe, dass sich auch deutsche Behörden oder Ministerien mit dieser Fragestellung befasst haben bzw. befassen."

Die Autoren der Ausarbeitung begründen ihre Vermutung damit, dass Regierungen UFO-Berichte gerade zu Zeiten des Kalten Krieges aus Angst vor gegnerischen Spionage- oder Kampfflugzeugen dokumentierten und untersuchten. Demgemäß stellen sie fest:

"Die tatsächliche oder vermeintliche Entwicklung neuer Fluggeräte, Spionagesatelliten u.ä. durch den militärischen Gegner könnte auch in der Bundesrepublik Deutschland in der Vergangenheit genügend Anlass geboten haben, sich mit solchen Fragestellungen zu befassen."

Warum ist dies mehr als eine bloße Vermutung?

Insgesamt 19 Länder haben sich offiziell oder im Geheimen mit UFOs beschäftigt und ihre ehemals geheimen Akten für die Öffentlichkeit freigegeben. Neun dieser Länder sind NATO-Bündnisstaaten. Nur in drei Ländern sind zivile Stellen mit UFO Forschung betraut - in den meisten Ländern fällt das Phänomen in die Verantwortung des Militärs, weshalb Einzelheiten oft der Geheimhaltung unterliegen.

So gründete die argentinische Luftwaffe erst im Juni 2011 eine "Kommission zur Untersuchung von Luftphänomenen“ (CIFA), die zur Sicherheit im Luftraum beitragen soll. Weitere Länder, in denen das Militär UFO-Sichtungen dokumentierte, sind Australien, Belgien, Brasilien, Chile, Dänemark, Ecuador, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Kanada, Mexiko, Neuseeland, Peru, Spanien, Ukraine, Uruguay und die USA.

Die Existenz eines realen UFO-Phänomens gilt zudem als wissenschaftlich bewiesen. Bereits vor dreißig Jahren untersuchten vier staatlich beauftragte Studien UFOs und beschrieben dabei circa 1424 Fälle, in denen eine Identifizierung der Flugobjekte nicht gelungen ist:

- US Air Force Studie durch das Battelle Memorial Institute mit Berichten
des "Project Blue Book" (1947-1955): 434 (19,7%) unidentifizierte Objekte.
- 37 Wissenschaftler unter Leitung von Prof. Condon analysierten im Colorado Project 59 Berichte. 33 Fälle (56%) blieben unidentifiziert.
- Akademie des wissenschaftlichen Instituts für Raumfahrtforschung, Moskau.
Der Bericht führt über 457 nicht zu identifizierende Objekte auf.
- Die Studie der Abteilung GEPAN/SEPRA der französischen Raumfahrtagentur
CNES (Centre National d’Etudes Spatiales) in Toulouse enthielt 1987 bereits 263 UFO-Fälle (38%).

Auf Grund der Vielzahl von Ländern, in denen zu Zeiten des Kalten Krieges UFO-Forschung betrieben wurde, ist es recht unwahrscheinlich, dass ausgerechnet an der Frontlinie des Kalten Krieges, die mitten durch Deutschland verlief, keine UFO-Sichtungen dokumentiert worden sein sollen.

Wovon handelt die Resolution A/33/426 der Vereinten Nationen?

Auf Initiative des Premierministers von Grenada kam es 1977 zu einem Hearing über UFOs vor den Vereinten Nationen. Aufgrund der Anhörungen mehrerer Wissenschaftler im Beisein des Generalsekretärs Kurt Waldheim verabschiedete die Vollversammlung der Vereinten Nationen im Jahr 1978 die Resolution A/33/426. Darin werden interessierte Mitgliedsstaaten eingeladen,

"… auf nationaler Ebene geeignete Maßnahmen zur Koordinierung einer wissenschaftlichen Forschung und Untersuchung außerirdischen Lebens, einschließlich der nicht identifizierten fliegenden Objekte (UFOs) zu ergreifen und den UN-Generalsekretär über die Beobachtungen, Forschungen und Evaluierung dieser Maßnahmen zu informieren".

Laut der Ausarbeitung des Wissenschaftlichen Dienstes sei die Bundesrepublik Deutschland zu keinem Zeitpunkt verpflichtet gewesen, Berichte oder Sichtungen von UFOs oder außerirdischen Lebensformen zu dokumentieren bzw. zu untersuchen und diese Erkenntnisse an die VN weiterzuleiten.

Was ist Exopolitik Deutschland?

Die Bürgerinitiative "Exopolitik Deutschland" wurde im Juni 2007 von Robert Fleischer gegründet und zählt aktuell rund 2.500 Mitglieder. Sie ist Teil einer weltweiten Bürgerbewegung, die sich in 25 Ländern auf 5 Kontinenten für die Freigabe von Regierungsakten über UFO-Sichtungen und außerirdisches Leben einsetzt. Auf der Webseite "exopolitik.org" hält Exopolitik Deutschland zahlreiche Regierungsakten und Zeugenaussagen bereit, die eine weltweite Interaktion von UFOs mit irdischen Militärs belegen.

Wo finde ich weitere Informationen?

In unserem Exopolitik Briefing haben wir die wichtigsten Fakten rings um UFOs und Außerirdische zusammengefasst: Den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung, die politischen Entwicklungen und vieles mehr. Auf Wunsch senden wir Ihnen dieses gern per E-Mail zu. Besuchen Sie auch unseren Pressebereich: www.exopolitik.org/presse.

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