Donnerstag, 11. April 2013

Analyse belegt: Verbranntes organisches Material bedeckt Teil der "Ostsee-Anomalie"


Erste Sonaraufnahme (2011) der mysteriösen Struktur am Grunde der Ostsee. | Copyright: oceanexplorer.se

Norrtälje (Schweden) - Im Herbst 2011 hatten Schatztaucher auf Sonaraufnahmen eine merkwürdige Kreisstruktur am Grunde der Ostsee vor Schweden entdeckt. Trotz zweier Tauchgänge konnten bislang weder die Natur noch die Herkunft der sogenannten "Ostsee-Anomalien" identifiziert werden (...wir berichteten, s. Links). Jetzt präsentieren die Schatztaucher Analysen von Gesteinsproben, von der Oberfläche des Objekts. Diese zeigen, dass der Stein mit einst verbranntem organischem Material bedeckt ist und stellt die Wissenschaftler damit vor ein weiteres Rätsel.

Bereits zuvor konnte zwar festgestellt werden, dass es sich bei den Steinen u.a. um Basalt, also Gestein vulkanischen Ursprungs handelt, doch sahen schwedische Wissenschaftler darin trotz des Umstands, dass in der Ostsee bis heute keine Vulkane bekannt sind, nichts Ungewöhnliches. Der Geologe Volker Brüchert von der Stockholms Universitet erklärte damals: "Die gesamte nordbaltische Region wurde derart stark von Gletscherprozessen beeinflusst, sodass sowohl die Struktur selbst als auch die Gesteinsproben wahrscheinlich das Ergebnis dieser Prozesse sind. (...) Wahrscheinlich wurde auch der Basaltstein von Gletschern an seinen Fundort transportiert." (...wir berichteten).


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Da - so berichtet die schwedische Tageszeitung "Aftonbladet" - schwedische Wissenschaftler somit nicht an einer weiterführenden Analyse der Basaltbrocken interessiert waren, hatten sich Dennis Asberg und Peter Lindberg von "Ocean-X-Team" an israelische Wissenschaftler des Weizmann Institute of Science und des archäologische Institut der Tel-Aviv University gewandt, deren erste Ergebnisse sie nun auf ihrer Internetseite (oceanexplorer.se) präsentiert.


Einer der Basaltbrocken von der Oberseite der "Ostsee-Anomalie". | Copyright/Quelle : Irmelin Rönne, oceanexplorer.se

Demnach wurde die Probe mikromorphologischen Sedimentanalysen und einer Infrarotspektroskopie unterzogen. "Diese Analysen zeigen, dass auf dem Basaltstein, der von der kreisrunden Anomalie in der Ostsee stammt, einst organisches Material verbrannt wurde. Weitere Analysen sollen dieses Material nun datieren und genau aufzeigen, um welches Material es sich handelt."


Analyseauswertung des Basaltbrockens durch das Weizmann Institute of Science. | Copyright/Quelle: oceanexplorer.se

Erste Vermutung der Wissenschaftler, so berichtet wiederum "Aftonbladet" unter Berufung auf die Taucher, gehen von einem Alter von mindesten 15.000 bis zu 140.000 Jahren aus. Damit könnte eine vulkanische Erklärung ausgeschlossen werden, da in der Region seit rund 150 Millionen Jahre keine aktiven Vulkane bekannt sind.


Die Asberg und Linberg spekulieren nun bereits, ob auf der Struktur am Grunde der Ostsee möglicherweise Brandopfer dargebracht wurden und es sich somit um eine prähistorische Anlage handelt.



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Von der Zeitung auf die Analyseergebnisse der israelischen Wissenschaftler angesprochen zeigt sich nun auch Frederick Klingberg von der Geological Survey of Sweden (SGU.se) erstmals interessiert. Ob nun auch weitere Erkundungen schwedischer Geologen stattfinden, ist bislang noch ebenso unbekannt, wie konkrete Sendetermine der TV-Dokumentation zur "Ostsee-Anomalie", die begleitend zu den Taucharbeiten des "Ocean-X-Teams" entstand und seit Monaten angekündigt wird.


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Quelle: oceanexplorer.se, aftonbladet.se
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