Die biblische Schöpfung nach Michelangelo | Copyright: Public Domain
Alpbach/ Österreich - Auf den diesjährigen „Alpbacher Technologiegesprächen“ warnte der Harvard-Forscher Gerald Gabrielse, vor einem „Wissenschaftlichen Fundamentalismus“, der darauf bestehe, Gott auszuschließen. Gezielt kritisiert er dabei auch das neue Buch von Richard Dawkins, das in Deutschland unter dem Titel "Der Gottes-Wahn" erscheint.
Wie „Der Standart“ meldet, erklärte Gabrielse im Hinblick auf die Diskussion um Wissenschaft und göttliche Schöpfung, man seie sich in den USA des religiösen Fundamentalismus durchaus bewusst und über die Anstregnungen, das so genannte „Intelligent Design“ als wissenschaftliche Alternative zur biologischen Evolution zu etablieren besorgt.
"Gleichzeitig sollten aber auch wir Forscher einem wütenden Wissenschafts-Fundamentalismus fürchten und widerstehen, der darauf besteht, dass Wissenschaft Gott ausschließt und Religion als Wahn der Ungebildeten und Schwachen sieht", so Gabrielse.
Dieser "wissenschaftlichen Fundamentalismus" werde beispielsweise im aktuellen Buch des Physik-Professors Richard Dawkins "The God Delusion" deutlich, das in den USA und England schon für heiße Diskussionen und Grabenkämpfe sorgt. Darin bezeichnet der Autor Gott als einen Virus, der ausgelöscht werden müsse. Tatsächlich treten mittlerweile immer mehr Menschen nahezu missionarisch auf, wenn es darum geht, Dawkins Darlegungen in der Öffentlichkeit zu vertreten. Beobachter erwarten, dass das Buch auch in Deutschland hohe Wellen schlagen wird. Es soll unter dem Titel "Der Gottes-Wahn" (Ullstein) im September auch in Deutschland erscheinen.
Darin behauptet der Autor Dawkins, dass schon ein gemäßigter Glaube an Übernatürliches dem Fundamentalismus Vorschub leiste. So seien etwa die Anschläge vom 11. September 2001 in dieser Form nur möglich gewesen, weil die Attentäter wirklich geglaubt hätten. Dieser Glaube habe sich aber nur deshalb festigen können, weil die Gesellschaft, in der die Täter aufgewachsen sind, den scheinbar harmlosen Glauben an Gott und an ein Paradies für selbstverständlich hält. Zudem kritisiert Dawkins die staatliche Förderung religiöser Schulen, da damit der religiösen Fundamentalismus unterstützt werde. Schlußendlich kommt Dawkins zu dem Schluss, dass es nicht notwendig ist, an Gott zu glauben, um glücklich zu sein.
Hier können sie das umstrittene Buch von Richard Dawkins sowhl im englischen Original, als auch in der deutschen Übersetzung (vor)bestellen:
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Dem entgegnet Gabrielse, wissenschaftlichen Fundamentalisten würden den Anspruch erheben, dass Wissenschaft notwendigerweise Gott ausschließe. "Das ist auch eine religiöse Behauptung, nicht eine wissenschaftliche".
Gabrielse selbst sei sowohl ein Mensch der Wissenschaft, als auch eine Person des Glaubens: "Die Tatsache, dass ich nicht wissenschaftlich verstehen kann, wie Gott auf meine Gebete antworten kann oder will, hält mich nicht davon ab es zu tun"
Quelle: grenzwissenschaft-aktuell.de / derstandard.at
WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA:
KONGRESS: EVOLUTION vs. SCHÖPFUNG, 5. Juni 2007
SCHÖPFUNG ODER EVOLUTION? - In den USA hat das erste Kreationisten-Museum eröffnet, 30. Mai 2007
