https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de


Donnerstag, 10. Januar 2008

Angehörige wehren sich gegen Exhumierung von Padre Pio

Pater Pio | Cyopyright: unbek.

Vatikan – Angehörige und Anhänger des vor 40 Jahren verstorbenen italienischen Volks-Heiligen Padre Pio verwehren sich gegen die bekanntgewordenene Pläne des Vatikan, den Leichnam des Heiligen zur Exhumierung freigeben zu wollen.

Die Kirchenverantwortlichen erklärten, dass der Leichnam ab April für mehrere Monate zur Heiligenverehrung ausgestellt werden soll. Wie die BBC berichtet, wollen die Angehörigen dieses Vorgehen wenn nötig sogar vor Gericht verhindern, sollte der Körper des Kapuzinermönchs aus der Gruft in San Giovanni Rotondo in Süditalien entfernt werden.

Der Erzbischof von of San Giovanni Rotondo bestätigte, dass man bereits das Einverständnis des Heiligen Stuhls vorliegen habe. Der Anwalt einer Nichte von Padre Pio, erklärte hingegen, dass man alles notwendige tun werde, um die Entweihung der Überreste des Mönchs zu verhindern.

Bücher zum Thema:

- - -

Hintergrund: Padre Pio
1887 als Francesco Forgione in Pietrelcina geboren, galt der Katholische Mönch und Priester als Padre Pio schon zu lebzeiten als Heiliger und wird in Italien als eine Art Staatsheiliger verehrt.

Nach der Schule trat Forgione 1903 dem Kapuzinerorden bei und nahm hier seinen Ordensnamen Pio an, legte am 1907 sein Gelübde ab und wurde am 10. August 1910 zum Priester geweiht. Von 1916 bis zu seinem Tode lebte er im Kloster von San Giovanni Rotondo.

Unser Web-Tipp zum Thema: Alles über Pater Pio
www.pater-pio.de

Am 10. September 1910 zeigten sich dann erste Hautrötungen, die sich dann ab dem 20. September zu wirklichen Wunden an Händen, Füßen und Brust ausbildeten. Diese so genannten Stigmata werden im katholischen Glauben auf ein intensives Erleben der Leiden Christi zurückgeführt und als dessen Wundmale betrachtet. In einem Brief, den er vier Wochen nach dem Ereignis an seinen Beichtvater, Pater Benedetto von San Marco in Lamis schreibt, berichtet er: "Stell Dir die Qual vor, die ich dabei erlitt und die ich andauernd empfinde, fast alle Tage. Die Wunde am Herzen blutet ständig, besonders von Donnerstagabend bis Samstag" Danach gab es zahlreiche, von der Kirche angeordnete Untersuchungen. Um die Stigmata vor der Öffentlichkeit zu verbergen, trug Pater Pio fingerlose Handschuhe. Dennoch sprachen sich die Ereignisse um ihn schnell im ganzen Land und international herum und immer mehr Pilger kamen, um sich dem Priester als Beichtvater anzuvertrauen. Trotz bzw. gerade wegen dieser steigenden Popularität wurden die Ereignisse von der Kirchobrigkeit oft mit Zweifel und Kritik betrachtet, sodass Padre Pio teilweise sogar verboten wurde, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen.

Ab 1940 war Pater Pio dann auch als Heiler und Prophet tätig und es geht die Legende, dass er 1947 Karol Wojtyla vorhergesagt habe, dass er später Papst (Johannes Paul II.) und in dieser Position auch Ziel eines Attentats werden würde. Auch wurde berichtet, dass der Pater die Fähigkeit zur Bilokation – also der Gabe, sich an zwei Orten zur gleichen Zeit zu befinden – gehabt habe.

1968 starb Pater Pio im Alter von 81 Jahren und über 100.000 Menschen begleiteten ihn auf seinem letzten Weg. Seither gilt San Giovanni Rotondo als beliebte Pilgerstätte. Nachdem die katholische Kirche jahrelang den Ereignissen um Pater io skeptisch gegenüber stand, wurde er 1997 vom Vatikan zum „Ehrwürdigen Diener Gottes“ erklärt und am 2. Mai 1999 von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen. Die Zeremonie ging als „Seligsprechung des Jahrhunderts“ in die Geschichte des Vatikans ein, da der gewaltige Peterplatz vor dem Petersdom zu klein war, um alle Gläubigen aufzunehmen. Am 16. Juni 2002 wurde er schließlich heilig gesprochen.

Quellen: grenzwisenschaft-aktuell.de / bbc.co.uk / pater-pio.de


WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA:
Neue Diskussion um Heiligkeit von Pater Pio
, 1. November 2007
Papst Johannes Paul II. als Flammenwunder, 16. Oktober 2007
C14-Datierung der Reliquien des Heiligen Franziskus von Assisi
, 14. September 2007
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE