MRT-Aufnahmen eines Alzheimerpatienten (l.) und einer nichtdementen Person (r.). Deutlich sind die Hirnvolumenminderung und die erweiterten Liquorräume zu erkennen | Copyright: Public DomainToronto/ Kanada - Durch einen Zufall sind Neurologen des Toronto Western Hospital auf eine Methode gestoßen, mit der sie verlorengegangene Erinnerungen wieder aktivieren können und hoffen nun damit auch Alzheimer-Patienten zukünftig ihre Erinnerungen wiedergeben zu können.
Eigentlich, so berichtet die englische Zeitung Independent, sollte mittels Hirnelektroden versucht werden, den Appetit eines Übergewichtigen Patienten zu reduzieren. Stattdessen erinnerte sich der Mann plötzlich wieder an Details eines Ereignisses, dass 30 Jahre zurück lag und die er schon längst vergessen glaubte. Das Experiment zeigte zudem, dass die Lernfähigkeit bedeutend gesteigert werden konnte, wenn die Elektroden eingeschaltet wurden und so die entsprechende Hirnregion stimuliert wurde,
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Jetzt versuchten die Mediziner, die ihre Ergebnisse jetzt im Fachmagazin Annals of Neurology publiziert haben, die gleiche Methode auch an einem Alzheimer-Patienten anzuwenden und wollen daraus einen Hirnschrittmacher gegen das Vergessen entwickeln. "Drei Patienten wurden bereits mit viel versprechenden Ergebnissen behandelt", zitiert die Zeitung den die Studie leitenden Neurochirurgen Professor Andres Lozano. "Mit der richtigen Anwendung", so glaubt Lozano, "können wir jede Erinnerung reaktivieren, die mit den entsprechend stimulierten Regionen des Hirns in Verbindung stehen."
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Hintergrund: Alzheimer
Die Alzheimer-Krankheit ist eine hirnorganische Krankheit, die gekennzeichnet ist durch den langsam fortschreitenden Untergang von Nervenzellen und Nervenzellkontakten. Im Gehirn von Alzheimer-Kranken sind typische Eiweißablagerungen (Amyloid-Plaques) festzustellen.
Die Alzheimer-Krankheit kann schon vor dem 50. Lebensjahr auftreten, ihre Häufigkeit steigt aber mit dem Lebensalter steil an. Das Krankheitsbild ist gekennzeichnet durch Gedächtnis- und Orientierungsstörungen sowie Störungen des Denk- und Urteilsvermögens. Diese Störungen machen die Bewältigung des normalen Alltagslebens immer schwieriger.
Die Patienten sind zunehmend auf Hilfe und Unterstützung angewiesen. Dabei sind Alzheimer-Kranke keine einheitliche Gruppe, sondern Individuen mit ganz unterschiedlichen Lebensläufen, Kompetenzen und Defiziten, die in unterschiedlichen sozialen und ökonomischen Situationen leben.
Ebenso differenziert sind die jeweiligen Anforderungen an Betreuung, Pflege, Therapie und ärztliche Behandlung. Die Alzheimer-Krankheit ist nach dem deutschen Neurologen Alois Alzheimer (1864 – 1915) benannt, der die Krankheit erstmals im Jahre 1906 wissenschaftlich beschrieben hat. (Quelle: deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. / www.deutsche-alzheimer.de)
Quellen: independent.co.uk / grenzwissenschaft-aktuell.de
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