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Freitag, 11. Januar 2008

Rettungsübung sorgt ungewollt für UFO-Meldung

Wenn es einmal kein UFO ist... – Teil III

Vermeintliches UFO am Oberböhringer Berg bei Geislingen | Copyright/Quelle: Ernst Adam/suedwest-aktiv.de

Geislingen/ Deutschland – Gegen 22 Uhr am späten Abend des 8. Januar beobachteten Natascha Adam und ihr Vater Ernst mehr als 15 Minuten lang ein extrem helles Licht am Oberböhringer Berg bei Geislingen. Allerdings handelt es sich weder um ein UFO noch um ein landendes Flugzeug.

Wie die Geislinger Zeitung berichtet, waren die Zeugen durchaus irritiert, als sie am Dienstagabend vom Balkon ihrer Wohnung zum Berg schauten. „Dort schwebte ganz still eine nahezu runde, hell strahlender Scheibe“, von der halben Größe des Vollmondes“. Obwohl die ganze Sichtung länger als 15 Minuten gedauert habe, konnte Vater Ernst wegen leerer Kamera-Akkus das „Objekt“ nur zwei Minuten lang filmen.

„Was der Mann, vor Kälte und Aufregung zitternd, damit dokumentierte, ist eine über der Hangkante schwebende Lichtquelle. Eine zweite hebt sich viel kleiner, weil vermutlich weiter entfernt, vom schwarzen Nachthimmel ab. (...) Als sich dann "von rechts", also aus Richtung Unterem Filstal, ein Passagierflugzeug genähert habe, sei das Licht abrupt erloschen“, berichtet die Zeitung.

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Eine Nachfrage durch den Journalisten Manfred Bomm bei der Deutschen Flugsicherung in Stuttgart ergibt eine etwas merkwürdige Erklärung: Hier „ging man davon aus, dass Ernst Adam und seine Tochter ein Flugzeug gesehen haben, das mit angeschalteten Landescheinwerfern direkt auf Geislingen zugeflogen sei, um dann schließlich nordwestwärts zum Flughafen abzudrehen. Scheinwerfer, die direkt auf den Beobachter zuflögen, erweckten den Eindruck, am Nachthimmel still zu stehen, gibt eine Sprecherin der Flugsicherung zu bedenken. Das plötzliche Erlöschen des Lichts wird mit dem Abdrehen des Flugzeugs begründet. Denn sobald die Scheinwerfer nicht mehr in die Richtung des Beobachters strahlten, sehe es so aus, als seien sie abgeschaltet worden - dieser Effekt ergebe sich insbesondere in klaren Nächten, wenn das weggedrehte Licht nicht durch Dunst oder Nebel reflektiert werde.“ Auch den Fluglotsen im Stuttgarter Tower sei, so eine Flughafensprecherin, nicht Außergewöhnliches aufgefallen.

Ein über 15minütiger Landeanflug genau in die Richtung des Kameramanns? Allerdings zeigen foto-optische Details des Video-Standbildes, dass es sich tatsächlich um zwei Lichtquellen gehandelt haben muss. Deutlich wird dies anhand der beiden „Strahlen“ deutlich, die von dem Lichtkreis auszugehen scheinen (s. Foto oben). Dabei handelt es sich um bekannte Artefakte der Kamera, welche die ganze Bildhöhe durchziehen.

Tatsächlich folgte die eigentliche Erklärung nur kurze Zeit, nachdem die Zeitungsmeldung bereits für reichliche Diskussionen gesorgt hatte. Laut Informationen der Geislinger Zeitung gegenüber Grenzwissenschaft-Aktuell.de, hat das Technische Hilfswerk mitgeteilt, dass es an jenem Abend eine Nachtübung zur Bergung von Menschen aus dem bewaldeten Steilhang veranstaltet und hierzu einen mobilen Lichtmast ausgefahren hatte.

Lichtmastanhänger des THW Geislingen bei Tageslicht | Copyright: THW Geislingen – thw-geislingen.de

Diese Meldung wird auch auf der Homepage des THW Geislingen bestätigt. Hier ist zu lesen: „Wir führten zu dieser Zeit an besagtem Berg eine Übung durch. Bei der Einsatzübung, bei der zwei vermisste Wanderer gesucht und anschließend aus einem Abhang gerettet werden mussten, kam auch die Beleuchtungskomponente zum Einsatz.
Das unbekannte Flugobjekt war also nichts anderes, als der Lichtmastanhänger des THW Geislingen. Dieser Lichtmast hat eine Lichtleistung von 6.000 Watt und ist auf bis zu 6 m ausfahrbar. Des Weiteren kamen noch zwei 1.000 Watt Strahler zum Einsatz, wovon einer ebenfalls als 'viel kleinere' Lichtquelle, die 'sich vom Nachthimmel abhebt', zu erkennen war. Das Geislinger Polizeirevier wurde vorab vom Ortsverband über die anstehende Übung informiert- für den Fall, dass jemand -wie nun passiert- die Scheinwerfer mit einem UFO verwechseln könnte.“

Hiermit bestätigt sich auch die Beobachtung der obigen Bildanalyse, da die Lichtquellen vier Scheinwerfern bestehen, die in zwei übereinander platzierten Zweiergruppen angeordnet sind.

Aus UFOlogischer Sicht, dürfte die vorschnelle Erklärung der Deutschen Flugsicherung nicht uninteressant sein. Offenbar ohne konkreten Bezug zu den beschriebenen Merkmalen der Beobachtung geht man ohne weitere Überprüfung der Umstände von einem landenden Flugzeug aus. Derartige Vermutungen von offizieller Stelle sind weder bei echten noch bei falschen UFOs hilfreich...

Das Geislinger „UFO“ kann im übrigen jeden Dientstag ab 19 Uhr beim THW Geislingen betrachtet werden.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / suedwest-aktiv.de / thw-geislingen.de

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA:

Wenn es einmal kein UFO ist... – Teil II
, 2. Januar 2008
Wenn es einmal kein UFO ist..., 17. November 2007
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