Die Autismusschleife des "Autism Pride Movement" | Copyright: Public DomainBurbank/ USA - Aufgrund ihres schweren Autismus galt die 13-jährige Carly Fleischmann lange Zeit als geistig zurückgeblieben. Da das Mädchen nicht spricht, lernte sie vor rund zwei Jahren mit Hilfe des Computers zu schreiben. Seither offenbart sie Medizinern und Psychologen und betroffenen Familien ein völlig neues Bild der Krankheit und der inneren Welt der Patienten.
"Plötzlich sprudelten die Worte nur so aus ihr heraus. Es war unglaublich - wir hatten keine Ahnung, dass alle diese Worte überhaupt in ihr waren", zitieren die ABC-News die Sprachpathologin Barbara Nash.
Plötzlich begann Carly auch über ihre Krankheit zu schreiben. Sie beschrieb, wie es ist autistisch zu sein, sie beschreibt, warum sie komische Geräusche von sich gibt und warum sie sich immer wieder selbst schlägt. "Es fühlt sich an, als ob zuerst eine und dann tausende Ameisen meine Arme hochklettern. (...) Es ist schwer autistisch zu sein, weil mich niemand versteht. Die Menschen schauen mich an und glauben, dass ich - nur weil ich nicht spreche und mich anders verhalte - dumm bin."
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Auch die Eltern von Carly waren völlig erstaunt. "Wir bemerkten, dass in ihrem Innern eine ausdrucksstarke, intelligente Persönlichkeit steckt, die wir zuvor nicht bemerkt hatten. Es war unglaublich - es eröffnete uns eine völlig neue Sicht auf unsere Tochter."
Für Mediziner und Therapeuten spielt der Fall Carly Fleischmann eine Schlüsselrolle für ein neues Verständnis der Krankheit und erhoffen sich völlig neue Therapiemöglichkeiten um Autisten zukünftig eine Stimme zu geben.
"Wenn wir das gemacht hätten, was uns so viele Experten noch vor Jahren geraten haben, hätten wir heute nicht das Kind, das wir haben. Wir hätten sie aufgegeben und das Schlimmste befürchtet. Wir wüssten nicht, wie ausdrucksstark und intelligent unsere Tochter ist" erläutert Carlys Vater dankbar.
Gefragt, was Carly Pathologen und Therapeuten sagen wolle, antwortete Sie: "Ich würde ihnen sagen, dass sie nie eines der Kinder, mit denen sie arbeiten, aufgeben sollen."
"Autismus ist schwer, weil man sich eigentlich anders verhalten möchte, als man es kann. Es ist traurig, dass die Menschen meist nicht wissen, dass ich manchmal einfach nicht anders kann und dann werden sie böse auf mich. Wenn ich den Menschen eine Sache über Autismus sagen könnte, dann wäre dies, dass auch ich es gerne anders hätte. Aber so bin ich, also seid nicht verärgert mit mir - zeigt Verständnis."
HIER finden Sie Carlys Antworten auf Fragen der ABC-News Zuschauer, sowie ein Videomitschnitt einen TV-Beitrags über Carly Fleischmann.
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Quellen: abcnews.go.com / grenzwissenschaft-aktuell.de
