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Dienstag, 11. November 2008

NASA gibt Phoenix-Lander endgültig auf

Die Grabschaufel im Einsatz über den Solarzellen des Phoenix Mars Lander (PML) am 10. Juni 2008, dem 16 Mars-Tag der Mission | Copyright: NASA/JPL-Caltech/Univ. of Arizona/Texas A&M Univ.

Washington/ USA - Nach mehr als fünf Monaten Forschungsaufenthalt auf dem Roten Planeten, hat sich die NASA nun offiziell von der Landeeinheit der Phoenix-Mission verabschiedet. Diese hatte einige Tage zuvor endgültig die Kommunikation mit der Erde eingestellt, nachdem auch im Marswinter die Tage immer kürzer wurden und schlussendlich nicht mehr genügend Sonnenlicht zum Betrieb des Roboterlabors auf dessen Solarzellen traf.

Das letzte Signal der überaus erfolgreichen Mission erhielten die NASA-Wissenschaftler am 2. November, nachdem zu den kürzeren Lichtperioden auch noch ein zunehmend durch Staub bedeckter Himmel und sinkende Temperaturen, die Energieversorgung und somit die Leistungsfähigkeit der Batterien minimierte.

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Dennoch zeigt sich die NASA mit der Phoenix-Mission mehr als zufrieden, schließlich hatte die Einheit nicht nur drei Monate länger als erwartet durchgehalten, sondern dabei auch wissenschaftliche Daten von unschätzbarem Wert zusammengetragen und zur Erde gefunkt.

Im August 2007 gestartet, landete die Laboreinheit am 25. Mai 2008 in der nördlichen Hemisphäre des Mars. Mit ihrer Grabschaufel und den durchgeführten Analysen und Untersuchungen der Grabungsstellen und des Aushubmaterials konnte der Phoenix Mars Lander (PML) die Existenz von Wassereis im Oberflächenboden des Mars nachweisen und somit frühere vagen Daten, die der Mars Odyssey Orbiter 2002 diesbezüglich zur Erde gefunkt hatte, bestätigen. Auch gelangen mit dem Labor die erste Mikroskopanalyse von Material auf einem fremden Planeten.

Zudem lieferte die Sonde neue Informationen bezüglich der Frage, ob der Mars einst die Bedingungen für die Entwicklung von mikrobiologischem Leben erfüllt haben konnte, fand im Boden milde Alkaline, wie sie zuvor noch von keiner anderen Mission auf dem Roten Planeten entdeckt wurden, leichte Konzentrationen von Salzen, die eventuellem Leben als Nährstoffquelle gedient haben könnte sowie Perchlorate und Kalziumkabonate im Boden, die auf das einstige Vorhandensein von flüssigem Wasser deuten.

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"Die Phoenix-Daten stellen einen wichtigen Schritt in der Erkundung des Mars dar und stützen die Hoffnungen, dass schon bald eindeutig belegt werden kann, dass der Mars einst eine bewohnbare und lebensfreundliche Welt war", erklärt der Chef des Mars-Forschungsprogramms der NASA, Doug McCuistion, bei einer Presseerklärung im Hauptquartier der Raumfahrtbehörde in Washington.

Mit dem Abschied vom Phoenix-Lander sieht die NASA jedoch zugleich hoffnungsvoll der nächsten geplanten Mission zum Roten Planeten entgegen. Schon im Oktober 2010 soll mit dem Mars Science Laboratory (MSL) ein mobiles und noch leistungsfähigeres Labor auf sechs Rädern den Mars erkunden, dabei fotografieren, Strahlungsmessungen durchführen, Proben entnehmen, analysieren und in diesen Proben nach chemischen Spuren von einstigem oder sogar derzeitigem Leben (Kohlenstoffatome, organische Moleküle und Proteine) auf dem Mars suchen.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov
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