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Freitag, 28. August 2009

Exoplanet stürzt in seinen Stern

Exoplanet vor seinem Muttergestirn (Illu.) | Copyright: ESA / C. Carreau

Newcastle-under-Lyme/ England - Einem Team britischer Astronomen ist ein sensationeller Zufallsfund gelungen: Ein Exoplanet umkreist sein Muttergestirn so nahe, dass er wahrscheinlich schon in weniger als einer Million Jahre in seinen Stern stürzen wird.

Stern und Planet im Sternbild Phoenix sind rund eine Milliarde Jahre alt, weswegen es sich angesichts des bevorstehenden Ereignisses um einen sehr unwahrscheinlichen Zufallsfund handele, so die Forscher um Coel Hellier von der Keele University, die den Planeten im Rahmen des "Super Wide Angle Search for Planets" (SuperWASP) Projekts entdeckt haben.

Bei dem Planeten mit der Bezeichnung "Wasp-18b" handelt es sich um einen sogenannten "Hot Jupiter" hat die zehnfache Masse des Planeten Jupiter und umkreist seinen Stern (Wasp-18) in einer Entfernung von nur drei Sternradien alle 0,94 Tage. Aufgrund seiner Größe und geringen Entfernung zu seinem Stern, kommt es zwischen diesem und dem Planeten zu einer starken Gezeitenwechselwirkung, berichten die Astronomen in der Fachzeitschrift "Nature".

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Sowohl auf dem Stern als auch auf dem Planeten kommt es dabei zu Gezeitenbergen, die wiederum zu einer Kopplung zwischen der Rotation von Stern, Planet und dessen Umlaufbahn führen. In deren Folge nähert sich WASP-18b auf einer Spiralbahn seinem Stern immer mehr an und wird schlussendlich, so vermuten die Forscher, in rund 650.000 Jahren von den Gravitationskräften zerrissen und in seinen Stern hineinstürzen. Dass es ihnen gelungen ist, das System so kurz vor der Kollision noch aufzuspüren, halten die Astronomen selbst für einen unwahrscheinlichen Zufall.

Es könnte aber auch sein, dass die Gezeitenwirkung im System von "WASP 18" wesentlich geringer ausfällt, als anhand der Physik unseres Sonnensystems vorherberechnet. Genaueres werden die Forscher schon innerhalb der nächsten zehn Jahre wissen, da sich schon innerhalb dieses Zeitraums die Umlaufbahn des Planeten merklich ändern sollte, wenn ihm tatsächlich das vermutete infernale Schicksal in weniger als einer Million Jahren bevorsteht.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / superwasp.org / nature.com / skyandtelescope.com
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