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Freitag, 26. März 2010

Zehn Mal mehr Galaxien im Universum als bislang vermutet

Neuer Blick auf das "GOODS-South Field" | Copyright: ESO/M.Hayes

La Silla/ Chile - Eine neue Zählung belegt einen buchstäblich astronomisch großen Fehler in der Schätzung der Anzahl von Galaxien im Universum. Bis zu 90 Prozent, vor allem ferner und somit alter bzw. früher Galaxien seien bislang schlichtweg übersehen worden.

Bislang suchten die Astronomen innerhalb der sogenannten Lymann-Alpha-Linie nach Galaxien, einer charakteristischen Strahlung innerhalb des ultravioletten Lichtspektrums, die von Wasserstoff, dem häufigsten Element im Universum emittiert wird. Selbst weit entfernte Galaxien können so entdeckt werden.

Eine aktuelle Studie belegt nun jedoch, dass eine astronomisch hohe Anzahl gerade alter Galaxien durch diese Art der Suche gar nicht erst gefunden werden kann, da die von ihnen abgegebene Strahlung nie die Erde erreicht hat.

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Zwar war den Astronomen bereits bekannt, dass sie eine bestimmte Anzahl von Galaxien sprichwörtlich übersehen, dass deren Anzahl jedoch derart groß sein könnte, versetzte selbst die an der Studie beteiligten Astronomen um Matthew Hayes in Erstaunen. Ihre Ergebnisse haben die Forscher in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Nature" veröffentlicht.

Bei ihren Untersuchungen mit dem "Very Large Telescope" (VLT) an der Europäischen Südsternwarte (ESO) in der chilenischen Atacamawüste, konzentrierten sich die Forscher auf eine bereits bekannte Region des Universums, die als "GOODS South Field" bekannt ist und suchten hier rund zehn Milliarden Jahre alte Galaxien zum einen mit der bislang herkömmlichen Methode und hinzu mit Spezialfiltern der "Hawk-I"-Kamera in anderen, den Hydrogen-Alpha Wellenlängen. Hierbei fanden die Astronomen dann tatsächlich eine Vielzahl von nur schwach leuchtenden Galaxien, wie sie bislang noch unbekannt waren. Auf diese Weise entdeckten die Forscher auch einige der bislang schwächsten und somit ältesten bislang bekannten Galaxien im Universum überhaupt.

"Jetzt, das wir wissen, wie viel Licht wir bislang übersehen haben, können wir damit beginnen, genauere Vorstellungen und Abbilder des Kosmos zu erstellen und damit noch besser zu verstehen, wie schnell sich Sterne zu unterschiedlichen Entwicklungszeiten des Universums gebildet haben", erläutert Koautor Miguel Mas-Hesse.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / eso.org
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