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Mittwoch, 23. Juni 2010

Hochkomplexe organische Moleküle: Saat des Lebens im fernen All entdeckt

Forscher haben das organische Kohlenwasserstoffmolekül Anthracen in einer interstellaren Wolken im Sternbild Perseus nachgewiesen | Copyright: Gaby Perez und Susana Iglesias-Groth

La Palma/ Spanien - Astronomen ist es erstmals gelungen, im Raum zwischen den Sternen, dem sogenannten interstellaren Medium, eines der komplexesten organischen Moleküle nachzuweisen. Von der Entdeckung erhoffen sich die Wissenschafter wichtige Antworten auf die Fragen nach der Entstehung organischer Moleküle im All und auf Planeten.

"Im Innern einer dichten, von der Sonne rund 700 Lichtjahre entfernten, Molekülwolke, die sich in Richtung des Sterns 'Cernis 52' im Sternbild Perseus befindet, konnten wir Anthracen nachweisen", berichten Susane Iglesias Groth vom "Instituto Astrofísica de Canarias" und Kollegen der "University of Texas" aktuell im Fachmagazin "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society". Die Entdeckung gelang den Forschern anhand von spektroskopischer Beobachtungen und Analysen mit den Teleskopen William Herschel auf La Palma und dem Hobby-Eberly in Texas.

Da Anthracen ein präbiotischer polycyclischer aromatischer Kohlenwasserstoff ist, könnte das Vorhandensein des Moleküls auch auf Aminosäuren hinweisen, da Anthracen unter ultravioletter Strahlung und gemeinsam mit Wasser und Ammoniak diese und andere Grundbausteine des Lebens erzeugt.

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"Vor zwei Jahren haben wir an selben Ort Naphthalin, ebenfalls ein organisches Molekül, nachweisen können. Alles deutet also darauf hin, dass wir eine Sternentstehungsregion gefunden haben, die reich an präbiotischer Chemie ist", erläutert Iglesias. "Bislang wurde Anthracen nur in Meteoriten und noch nie im interstellaren Medium nachgewiesen." Oxidierte Formen dieses Moleküls sind sehr häufig in lebenden Systemen zu finden und sind biochemisch sehr aktiv. Auf der Erde findet sich Anthracen in Steinkohlenteer, ist eine Inhaltssubstanz von Aloe und hat entzündungshemmende Eigenschaften.

In einem nächsten Schritt wollen die Forscher die Wolke nun auch nach Aminosäuren absuchen.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / ras.org.uk / iac.es
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