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Mittwoch, 14. Juli 2010

Pläne zur Streichung der Kostenerstattung für Homöopathie durch gesetzliche Krankenkassen stoßen auf breite Ablehnung

Archiv: Homöopathische Präparate (Illu.) | Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de

Berlin/ Deutschland - Die aktuelle Kampagne zur Abschaffung der Kostenerstattung für homöopathische Arzneimittel und Behandlungen durch die gesetzlichen Krankenkassen (GKV), erfährt unmittelbar nach Bekanntwerden deutlichen Gegenwind. Neben Politikern aller Richtungen sprechen sich auch die Krankenkassen gegen das Vorhaben aus.

Allen voran hat sich mittlerweile auch Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) gegen eine Streichung der Kostenerstattung ausgesprochen: "Grundsätzlich spricht nichts gegen Wahltarife, auch nicht bei der Homöopathie. Wenn eine Krankenkasse diesen Weg geht, kann und sollte ihr das nicht verwehrt werden", so der Minister zur "Passauer Neuen Presse“.

Auch die SPD-Bundestagsfraktion lehnt laut der Zeitung die Forderung ihres Gesundheitsexperten Lauterbach ab. Dieser vertrete mit seiner Forderung "eine Einzelmeinung", wird die SPD-Abgeordnete und Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag Carola Reimann zitiert.

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Das sowohl vom SPD-Obmann im Gesundheitsausschuss des Bundestags Karl Lauterbach als auch vom CDU-Gesundheitsexperten Jens Spahn vorgeschlagenen Erstattungsverbot für Homöopathie-Kosten (...wir berichteten) wird auch von den gesetzlichen Krankenkassen als ungerecht bezeichnet. "Es kann nicht sein, dass in der vergangenen Woche die nächste Honorarerhöhung für Ärzte diskutiert wurde und in dieser Woche Leistungskürzungen für die Versicherten", zitiert die "Frankfurter Rundschau" den Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, Florian Lanz. "Dass einige Kassen homöopathische Leistungen anbieten und andere nicht, zeuge von funktionierendem Wettbewerb untereinander."

Selbst die Pharmaindustrie spricht sich gegen die Pläne der beiden Politiker aus: Barbara Sickmüller, Vize-Chefin des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie, nannte es "bezeichnend, dass Erfahrungen betroffener Patienten bei der Debatte, der die Steigbügelhalter einer Rationierungspolitik bereitwillig beispringen, außen vorgelassen werden". Immerhin würden die Wahlleistungen der Kassen angeboten, "weil Zehntausende mit der Homöopathie gute Erfahrungen gemacht haben - und dafür zahlen", so Sickmüller in der "Frankfurter Rundschau".

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Die Begründung, mit der Streichung der Leistungen könnte das derzeitige Defizit der gesetzlichen Krankenkassen ausgeglichen werden, bezeichnen nicht nur Homöopathie-Verbände als Populismus. Claudia Roth von den "Grünen" bringt diese Situation auf den Punkt: "Große Einsparmöglichkeiten im Gesundheitswesen liegen nicht bei den Kleinbeträgen für Homöopathie, sondern bei den gigantischen Summen im Bereich der klassischen Schulmedizin, die nicht effektiv genug eingesetzt werden".

Tatsächlich entfallen Abseits der Zusatztarife nur 0,06 Prozent der Gesamtausgaben für Arzneimittel auf homöopathische Präparate. "Rund neun Millionen Euro für Homöopathie stehen mehr als 170 Milliarden Gesamtausgaben der Kassen gegenüber", zitiert "Spiegel-Online".

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / fr-online.de / pnp.de / spiegel.de
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