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Montag, 2. August 2010

Hunde imitieren ihre Besitzer

Haushund (Illu.) | Copyright: grewi.de

Wien/ Österreich - In einer Studie haben österreichische und britische Verhaltensforscher nachgewiesen, dass Hunde ihre Besitzer imitieren. Mit Ausnahme von Wellensittichen, wurde dieses Verhalten bislang im Tierreich noch nie nachgewiesen und galt bislang eigentlich als rein menschliche Fähigkeit.

Forscher der "Universität Wien" um Dr. Friederike Range und der "University of Oxford" haben in ihren Versuchen hierzu zunächst Hunde darauf trainiert, eine automatische Tür durch Betätigung eines Knopfes entweder mit ihrer Schnauze oder mit einer Tatze zu öffnen. Danach wurden die jeweiligen Besitzer der Hunde angewiesen, den Öffner ebenfalls entweder mit dem Mund oder mit der Hand zu betätigen. Immer dann, wenn die Hunde die Tür auf die gleiche Weise wie ihr Besitzer öffneten, bekamen sie eine Belohnung. Eine andere Gruppe von Hunden bekam die Belohnung nur dann, wenn sie die Tür auf die entgegengesetzte Weise öffneten.


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Die Versuchsergebnisse zeigten, dass die Hunde der ersten Gruppe sehr viel schneller das Ziel und damit auch ihre Belohnung erreichten, als die Gruppe jener Hunde, die das Gegenteil ihrer Herrchen und Frauchen durchzuführen hatten. Aufgrund dieser Beobachtung schlussfolgern die Forscher, dass auch Hunde - genau wie Menschen - durch automatisches Nachahmen lernen können.


Die Forscher vermuten, dass das Lernen durch automatisches Nachahmen einen evolutionären Vorteil mit sich bringt, da die Tiere nicht erst die relativ aufwändige und oftmals auch mit Risiken verbundene "Versuchs-und-Irrtums-Methode" (trial and error) durchlaufen müssen.

Automatisches Nachahmen ist für die Verhaltensforscher nicht zuletzt deshalb von besonderem Interesse, weil es ein ständig präsenter Teil unseres alltäglichen Lebens ist und als Grundvoraussetzung des Lernprozesses und der Weitergabe kultureller Verhaltensweisen gilt. Die Ergebnisse der Studie, die aktuell im Fachmagazin "Proceedings of the Royal Society B" veröffentlicht wurde, stützt die Theorie eines sogenannten Spiegelneuronen-Systems, welches uns dazu bringt, Verhaltensweisen, Bewegungen und Gesten durchzuführen, die wir bei anderen Menschen beobachten. Zudem belegen sie, dass die Fähigkeit der Nachahmung menschlicher Verhaltensweisen bei Tieren sich erst dann einstellt, wenn Tiere gelernt haben, mit Menschen zu interagieren und wahrscheinlich nicht schon von Geburt an angelegt ist.

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