Blick auf unsere Erde | Copyright: NASAWashington/ USA - Seit das US-Verteidigungsministerium Ende Januar erklärt hatte, dass ein Spionagesatellit außer Kontrolle geraten sei und drohe, zwischen Ende Februar und Anfang März unkontrolliert auf die Erde zu stürzen, haben Experten nach Wegen gesucht, die Risiken so gering wie möglich zu halten (wir berichteten 1, 2). Jetzt hat das Pentagon erklärt, dass der Satellit abgeschossen werden soll.
Es handele sich, so das Verteidigungsministerium in einer Pressemitteilung, um einen amerikanischen L21-Experimentalsatelliten, der im Dezember 2006 gestartet worden war. Das Pentagon geht derzeit davon aus, dass rund 1132 Kilogramm der Masse des ursprünglichen Satelliten den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre überstehen werden - darunter auch rund 450 Kilo des lebensgefährlichen Antriebstreibstoffes Hydrazin.
Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass die Trümmer über bewohntem Gebiet niedergehen, sehr gering sei, wären - so das Pentagon - die Konsequenzen möglicherweise gefährlich genug, um umfangreiche Notfallmaßnahmen einzuleiten.
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Aus diesen Gründen habe Präsident George W. Bush entscheiden, den Satelliten abzuschießen. Da die Raketenabwehrsysteme bisher nicht zum Abschuss von Satelliten eingerichtet sind, werden derzeit drei auf See stationierte taktische Raketen für das Vorhaben umgerüstet.
Aufgrund von taktischen Modellen und Analysen zeigt sich das US-Verteidigungsministerium zuversichtlich, dass die Aufgabe erfolgreich ausgeführt und das stark gesundheitsschädliche Hydrazin unschädlich gemacht werden könne.
Für den Fall, dass der Abschuss wider Erwarten nicht erfolgreich sein sollte, arbeite man schon jetzt gemeinsam mit allen zuständigen Behörden und Einrichtungen an umfangreichen Maßnahmen, um das Risiko für Menschen so gering wie möglich zu halten. Für diesen Fall warnt das Pentagon allerdings schon jetzt davor, sich den Trümmern zu nähern oder diese sogar zu berühren.
Kritiker glauben hingegen, dass der Satellitenabsturz ein willkommenes Ziel für das Militär sei, seine Satellitenabwehrsysteme zu testen. Zudem wolle man mit der Zerstörung von L21 verhindern, dass die geheime Militärtechnologie des satelliten in falsche Hände fallen könnte, je nachdem, wo die Trümmerteile niedergehen.
Quelle: grenzwissenschaft-aktuell.de
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US-Spionagesatellit droht auf die Erde zu stürzen, 27. Januar 2008
UPDATE: Satellit außer Kontrolle - Welche Gefahren gibt es?, 29. Januar 2008