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Mittwoch, 10. September 2008

Large Hadron Collider am CERN geht in Betrieb

Die Magneten des LHC-Teilchenbeschleunigers des CERN | Copyright: cern.ch

Genf/ Schweiz - Am heutigen Mittwoch ist es soweit: Der gigantische Teilchenbeschleuniger LHC am "Europäischen Zentrum für Kernforschung" (CERN) geht in Betrieb. Für die einen ist es die gewaltigste wissenschaftliche Maschine und das bedeutendste Experiment in der Geschichte der Menschheit, für andere die potentiell größte von Menschen hergestellte Gefahr für den Planeten.

Bei dem LHC handelt es sich um einen Teilchenbeschleuniger in dem in einem Vakuum Protonen und Bleiatomkerne mit annähernder Lichtgeschwindigkeit zur Kollision gebracht werden, um dabei, so erhoffen es sich die CERN-Wissenschaftler, massereiche Elementarteilchen zu erzeugen. Besonders hoffen die Forscher dabei auf die Entstehung der bislang lediglich theoretisch postulierten Higgs-Bosons: Ohne diese, auch als "Gottesteilchen", bezeichneten Teilchen hätten auch die bekannten Elementarteilchen der bisher gültigen Theorie keine Masse.

Kritiker des LHC, wie der Tübinger Chaosforscher Otto Rössler, befürchten, dass in den Experimenten am CERN Schwarze Mini-Löcher entstehen, die dann - wenn wider erwarten stabil - die Erde verschlingen könnten. Die Verantwortlichen am CERN widersprechen diesen Befürchtungen und bezeichnen sie sogar als "albern und absurd".

Rössler fühlt sich hingegen oft auch von beiden Seiten missverstanden und erklärt, dass man keine Beweise für die Gefährlichkeit der LHC-Experimente habe, allerdings kritisiere, dass von Seiten des CERN keine eindeutigen Beweise für die Harmlosigkeit der Experimente vorgelegt werden. Seiner Ansicht nach argumentiert CERN an den von ihm vorgebrachten Argumenten mit falschen Vergleichen vorbei und gaukele so eine Unbedenklichkeit der Experimente vor, die alles andere als bewiesen sei (s. Video-Interview).

Nachdem die juristischen Bemühungen der LHC-Kritiker die Experimente bis zum Nachweis der Unbedenklichkeit aufzuschieben, selbst vom "Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte" abgewiesen wurden (...wir berichteten), geht der LHC ab heute vorerst in den offiziellen Testbetrieb. Die ersten wissenschaftlichen Experimente können jedoch erst dann stattfinden, wenn der Protonenstrahl stabilisiert werden kann, dessen Geschwindigkeit (und damit die Energie) erst Schritt für Schritt erhöht werden muss. Erste Kollisionen sind dann für November geplant. Erste konkrete Ergebnisse werden dann erst nach Jahren zu erwarten sein.

Bleibt also zu hoffen, dass Rössler & Co falsch liegen und am LHC tatsächlich und lediglich ein positiv-nutzbringendes "Tor für die Physik" geöffnet werden wird.

PM-Videointerview: Rösslers Argumente vs. CERN
Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten


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