Sonntag, 30. November 2008

Forscher fordern Suche nach Leben auf Jupitermond Europa

Birgt der mit einem Eispanzer überzogene Jupitermond Europa einen Wasserozean? | Copyright: NASA

Pasadena/ USA - Internationale Forscher haben sich im Projekt "Europa-Jupiter System Mission" (EJSM) zusammengefunden und fordern eine gemeinsame Erforschung des Jupiter-Europa-Systems durch NASA und ESA. Unter der eisigen Oberflächenkruste des Mondes Europa vermuten die Wissenschaftler einen bis zu 90 Kilometer tiefen Ozean aus flüssigem Wasser, in dem sich vielleicht sogar Leben entwickelt haben könnte.

Die bisherigen Pläne sehen vor, dass die ESA einen Orbiter zum Jupitermond Ganymed und die NASA eine Sonde zur Erforschung von Europa entwickelt und betreiben soll. Gemeinsam könnten beide Sonde dann zudem auch die beiden weiteren großen Monde Io und Callisto sowie den Jupiter selbst erkunden.

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Bislang, so Pläne die unter anderem am Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA entworfen werden, soll die Europa-Sonde mit einer Kamera, einem Spektrometer und einem leistungsstarken Radarsystem ausgestattet werden, mit dem die Sonde durch die dicke Eisschicht des Mondes hindurch sehen und diese vermessen kann. Auch der Ganymed-Orbiter soll mit Kameras, einem Spektrometer und einer Staubanalyseeinheit sowie einem Massenspektrometer oder einem Magnetometer ausgerüstet sein, um die Zusammensetzung der Oberfläche von Ganymed und dessen geophysikalischen Eigenschaften zu erforschen.

Zukunftsvision: Eine Bohreinheit (Kryobot) durchdringt den Eispanzer Europas und setzt einen Taucheinheit (Hydrobot) im vermuteten Europa-Ozean aus | Copyright: NASA

Doch auch die derzeitige Version der Europa-Sonde erfüllt noch nicht die Hoffnungen von Plantenforschern und Exobiologen, da sie nicht dafür ausgestattet werden soll, eine Landeeinheit oder sogar eine Tauchsonde auf die Oberfläche des Mondes und in den vermuteten Ozean zu schicken. "Wir haben unser Möglichstes versucht, um derartige Instrumente in dem möglichen finanziellen Rahmen noch unterzubringen, aber es ist sehr schwer. (...) Natürlich wünscht man sich, dass wenn man schon einmal dort ist, auch gleich mit derartigen Einheiten nachzusehen, was genau da ist. Aber derzeit liegt das außerhalb der finanziellen Machbarkeit", zitiert "Space.com" Brad Dalton von JPL.

Bevor derartige Instrumente zu Europa geschickt werden sollen, soll die nun in der Planung befindliche Mission weitere Informationen und Daten über Europa und seinen erhofften Wasserozean sammeln.

Dennoch will Dalton eine Minimalversion einer Landeeinheit noch nicht ganz ausschließen. Diese könne jedoch bei weitem nicht mit den Mars-Landern der Viking oder Phoenix-Missionen verglichen werden. Es würde sich lediglich um eine Einheit handeln, die neben einem Seismometer auch ein Massenspektrometer beinhalten würde, mit dem die chemischen Vorgänge im Eis über dem Ozean analysiert werden könnten. Alleine daraus könnten schon wichtige Rückschlüsse auf mögliches Leben im Europa-Ozean gezogen werden, da Rückstände dieser Lebensaktivität möglicherweise im Eispanzer konserviert wurden. Dalton zeigt sich jedoch zuversichtlich, dass derartige Messungen auch schon vom Orbiter in der Umlaufbahn des Mondes aus möglich wären. Wenn sich das Leben jedoch in den tieferen Regionen des Ozeans - etwa um heiße Schlote aus dem Mondinnern - konzentrieren würde, wäre eine erfolgreiche Suche danach alleine mit einer Orbitalsonde wesentlich schwieriger.

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Doch selbst wenn die Mission keine direkten Beweise für Leben au Europa erbringen würde, könnte die gewonnen Daten dazu beitragen, die Möglichkeiten darauf, dass es Leben gibt, sehr viel besser einzuschätzen als bisher.

Schon 2011 will die NASA mit der Sonde Juno den Jupiter genauer erkunden. Eine Erforschung der Monde wird damit jedoch nicht möglich sein (...wir berichteten). In Konkurrenz zur EJS-Mission steht jedoch auch die Planung der NASA-ESA-Mission TSSM, mit der der Ringplanet Saturn und sein Mond Titan erforscht werden soll. Welche Mission den Zuschlag bekommen wird, soll Im Frühjahr 2009 entscheiden werden. Der Start der Gewinner-Missionen würde dann wahrscheinlich erst für 2020 angesetzt.

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Quellen: grenzwisenschaft-aktuell.de / nasa.gov / space.com

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