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Samstag, 22. November 2008

Weiterer Exoplanet fotografiert?

Mit technischen Aufnahmeverfahren wurde das intensive des Sterns Beta Pectoris blockiert. Zum Vorschein kam ein möglicher Exoplanet (heller Punkt) | Copyright: ESO/A.-M. Lagrange et al.
 
Grenoble/ Frankreich - Nachdem erst vor einer Woche gleich zwei Astronomenteams erste direkte Aufnahmen von Exoplaneten veröffentlichten (...wir berichteten), verkünden nun französische Wissenschaftler ebenfalls ein Objekt ausgemacht zu haben, das möglicherweise ein Exoplanet sein könnte. Mehr noch - sollten die Astronomen recht haben, würde dieser seinen Stern so dicht umkreisen, wie kein anderer bislang bekannter Exoplanet.

Bei einer erneuten Überprüfung von Infrarotaufnahmen, die bereits 2003 mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Sternwarte in Chile (ESO.org) von dem bereits ausführlich erforschten und rund 12 Millionen Jahre noch relativ jungen Stern Beta Pictoris (s. Abb. m.), dem zweithellsten Stern im Sternbild Maler, aufgenommen wurden, stieß das Team um Anne-Marie Lagrange vom Observatorium in Grenoble auf ein Objekt, das sie für einen möglichen Exoplaneten halten (s. Abb. o. l.). Bislang kann aufgrund mangelnder weiterer Beobachtungen des Objekts jedoch noch nicht genau gesagt werden, ob es sich nicht auch um ein Objekt im weiten Hinter- oder Vordergrund des Sterns handelt.

Sollte der derzeitige Schein jedoch nicht trügen, würde der neu entdeckte Exoplanet sein Muttergestirn Beta Pictoris in etwa dem gleichen Abstand umrunden, wie Saturn unsere Sonne, und würde somit seinen Stern so dicht umkreisen, wie kein anderer bislang bekannter Exoplanet.

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Schon lange haben Astronomen einen oder mehrere Planeten um Beta Pectoris vermutet, nicht zuletzt nachdem bekannt wurde, dass er gleich von zwei Staub- und Trümmerscheiben (s. Abb. = debris disc) umgeben ist, die wahrscheinlich durch die Kollision felsiger Planeten in seinem System entstanden sind.

Detailansicht des möglichen Exoplaneten Pictoris b | Copyright: ESO/A.-M. Lagrange et al.

Der vermutete Exoplanet "Pictoris b" hätte etwa die achtfache Masse des Jupiter und befindet sich etwa 8 Astronomische Einheiten (AU/AE = Entfernung Erde-Sonne) von seinem Stern entfernt. Der um sein Zentralgestirn dichteste Planet der insgesamt vier vergangene Woche veröffentlichten Exoplaneten umrundet seinen Stern in einem Abstand von 20 AU.

Jetzt soll Beta Pectoris erneut intensiv beobachtet werden, um andere Erklärungen für den Leuchtpunkt auf der Aufnahme - etwa ein Objekt im Vorder- oder Hintergrund des Sterns oder auch ein fehlerhafter Bildeffekt - ausschließen zu können. Erst wenn nachgewesen werden kann, dass sich das Objekt gemeinsam mit und um Beta Pictoris bewegt, wäre der Nachweis für einen Exoplaneten erbracht.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / eso.org

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