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Freitag, 6. März 2009

Panspermie: Stammt das irdische Leben vom Zwergplaneten Ceres?

Hubble-Foto von Ceres und ein Größenvergleich mit Erde und Mond | Copyright: NASA

Florenz/ Italien - Auf der Konferenz der Internationalen Gesellschaft zur Erforschung der Ursprünge des Lebens in Florenz, hat der Astronomen Joop Houtkooper von der Universität Giessen erstmals seine spekulative These präsentiert, wonach das Leben auf der Erde ursprünglich von den Zwergplaneten Ceres stammen könnte.

1801 als erster Kleinplanet entdeckt, galt Ceres bis 2006 als Asteroid, gilt seither jedoch als Zwergplanet, der mit einem Äquatordurchmesser von 975 km das größte Objekt im Asteroiden-Hauptgürtel darstellt.

Auf die Idee, dass gerade Ceres Leben - zumindest in mikrobiologischer Form - beherbergen könnte, sei Houtkooper bei einem Vortrag über mit Eis bedeckte natürliche Satelliten im Sonnensystem gekommen, als Kollegen spekulierten, dass es auf einigen dieser Himmelskörper sogar auch Wasser in flüssiger Form geben könnte. Alleine auf Ceres, so lassen bisherige Messungen mit dem Weltraumteleskop Hubble vermuten, gibt es unter einem Mantel aus gefrorenem Wassereis und leichten Mineralien einen möglicherweise flüssigen Ozean, dessen Süßwassermenge auf etwa das fünffache der auf der Erde verfügbaren Süßwasservorräte geschätzt wird.

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Hydrothermale Quellen, wie sie auch auf der Erde einfache Formen von Leben unter extremen Bedingungen beherbergen, könnte es auch auf Himmelskörpern wie Ceres geben. Da der noch immer existierende Wassereismantel auf Ceres darauf hindeutet, dass der Zwergplanet während des Großen Bombardements (Late Heavy Bombardment, LHB) vor etwa 4,1 bis 3,8 Milliarden Jahren, wirklich schweren Treffern entgangen zu sein schien, könnte sich Leben - sollte es sich im Ceres-Ur-Ozean entwickelt haben - auch über diese Zeit hinaus erhalten und entwickelt haben.

Der angenommene innere Aufbau des Zwergplaneten Ceres | Copyright: NASA/ESA

Während mögliches Urleben auf der Erde durch den massiven kosmischen Beschuss während des Großen Bombardements wahrscheinlich vernichtet worden war, könnte es auf Ceres diesen überdauert haben, um dann später in Form von Fragmenten, die von Ceres abgesprengt wurden und auf der Erde einschlugen, unseren Planeten erneut befruchten haben.

Anhand von Bahnberechnungen will Houtkooper zudem herausgefunden haben, dass Ceres-Asteroiden am wahrscheinlichsten auf der Erde gelandet wären und stützt hierauf seine konkretisierte Panspermie-These, dass das Leben und somit letztendlich auch wir Menschen ursprünglich von Ceres stammen könnten.

Beweisen lässt sich Houtkoopers Theorie gerade auch aufgrund bislang mangelnder Informationen, hochauflösender Bilder und Daten von Ceres vorerst natürlich nicht, weswegen der Astrobiologe auch selbst eingesteht, dass es sich lediglich um ein faszinierende Gedankenspiel handele. Diese Situation könnte sich jedoch schon in einigen Jahren grundlegend ändern, wenn die NASA-Sonde Dawn 2015 auf Ceres eintrifft und dann hoffentlich neue Daten und genauere Bilder des immer noch mysteriösen Zwergplaneten zur Erde funkt.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / space.com
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