Mittwoch, 4. März 2009

UFO-Hacker wird zum internationalen Politikum

Gary McKinnon | Copyright: freegary.org.uk

London/ England - Das Tauziehen um die Auslieferung des geständigen Hackers Gary McKinnon an die USA wird mehr und mehr zum Politikum: Weitere Prominente haben sich mit dem 42-jährigen Briten solidarisch erklärt und kritisieren die britische Regierung scharf. Die britischen Liberaldemokraten fordern indes sogar die Reform des Auslieferungsabkommens mit den USA.

Neben zahlreichen Politikern und prominenten Mitgliedern der britischen Parlamente (...wir berichteten 1, 2) haben sich nun auch der international bekannte britische Großunternehmer Karl Watkin und Popstar Sting im Sinne McKinnons ausgesprochen.

Der weltweit gefeierte Popsänger Sting erklärte gegenüber der "Mail on Sunday", McKinnons grässliche Situation beschäme die Menschenrechte. "Die Reaktion der USA auf die tatsächliche Natur von Gary's Tat ist überaus unverhältnismäßig. Gary hat sogar schon Selbstmordgedanken aufgrund seiner Ängste in den USA wegen Terrorismus inhaftiert zu werden. (...) Die britische Regierung ist indes bereit, einen ungeschützten Mann ohne eine eigene Überprüfung der Beweise auszuliefern." Sting erläuterte zudem, dass das Auslieferungsgesetz lediglich von Großbritannien, nicht aber von den USA unterzeichnet wurde - England also in einem umgekehrten Fall nicht die gleichen Forderungen stellen könnte, auf die sich die USA nun berufen, wenn sie die Auslieferung McKinnon fordern.

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In einem öffentlichen Brief an den britischen Premierminister Gordon Brown und Innenministerin Jaqui Smith geht Karl Watkin mit der britischen Führung noch härter ins Gericht und erklärt, dass ihm die 2003 mit den USA getroffenen Auslieferungsvereinbarungen schon lange ein Dorn im Auge seien: "Ich war immer der Überzeugung, dass der Schutz ihrer Bürger die erste Pflicht einer jeglichen Regierung sein sollte und hoffe, dass auch alle Mitglieder des Parlaments diese Ansicht teilen -besonders der Premierminister. Leider hat es jedoch den Anschein, dass Sie dies nicht tun und der Schutz der britischen Bürger aufgegeben wurde, als man ein unlauteres Auslieferungsgesetz auch zugunsten USA unterzeichnete. Die 2003 getroffenen Veränderungen sollen uns angeblich vor Terroristen schützen. Während wir jedoch ausländische Staatsbürger vor den Gefahren von Folter in ihren Heimatländern schützen, gibt es keine angemessenen Sicherheitsmaßnahmen, um unsere eigenen ungeschützten Bürger vor der Behandlung, wie sie ihnen möglicherweise in den USA drohen - einem Land dessen angeschlagener Ruf sich nicht nur auf die Gräueltaten von Guantanamo Bay beschränken. Sowohl Gary McKinnon, der am Asperberger Syndrom leidet, also auch Ian Norris [der in den USA wegen illegaler Preisabsprachen angeklagt werden soll], der Prostatakrebs hat, sind derart ungeschützte Bürger. Wir haben im Vereinigten Königreich die ausreichenden juristischen Möglichkeiten, beide Kandidaten anzuklagen, verweigern dies jedoch und verschlimmern dadurch ihr Leid. Begrenzt sich die Humanität der britischen Regierung lediglich auf Politiker oder auch auf Bürger? Die Quintessenz meiner Darlegungen ist daher, dass sie mit Gary, Ian und ihren zahlreichen Nachfolgenden die Möglichkeit haben, ihren Wählern zu versichern, dass ihre Regierung ihre erste Pflicht nicht vergessen hat. Die Prinzipen von Gerechtigkeit und Anstand sollten das Rückgrad einer jeden Regierung und somit auch der Ihrigen sein. Es ist noch nicht zu spät, das Richtige zu tun."

Ähnliche Bedenken wie die zahlreichen Unterstützer McKinnons äußert indes auch die liberal-demokratische Partei Großbritanniens und fordert in ihrer "Liberal Democrat Freedom Bill 2009" unter Berufung auf dem Fall McKinnon den Ausschluss der USA aus den Auslieferungsvereinbarungen. Der Reformentwurf des Gesetzes sieht vor, die USA von der Liste jener Staaten, an die Großbritannien ausliefert, zu streichen.

Derweil wurde die Prüfung des Auslieferungsverfahrens gegen Gary McKinnon auf den 9. und 10. Juni anberaumt. An diesen Tagen soll jedoch lediglich die Tatsache diskutiert werden, dass McKinnon am Asperger Syndrom - einer Form von Autismus leidet - und ob dieser Umstand gegen eine Auslieferung an die USA spricht. Zugleich wurde darauf hingewiesen, dass zu den angesetzten Terminen Beweise für die Anschuldigungen der USA gegen McKinnon selbst nicht zugelassen werden. Auch sollen an den genannten Verhandlungstagen keine anderen Aspekte der Menschenrechte in Verbindung mit dem Fall McKinnon verhandelt werden.

Hintergrund:
McKinnon , so die Anschuldigung der USA, sei 2001 in 97 Computer des Pentagon und der NASA eingedrungen, habe hier Vorgänge beschädigt, die nach "9/11" kritische Operationen ausführen sollten. Den Sachschaden beziffern die USA auf rund 700.000 Euro.

McKinnon hingegen behauptet, die Systeme seien gar nicht erst sonderlich gesichert gewesen. Teilweise seien die angeblich so sensiblen Rechner lediglich mit abgelaufenen Passwörtern geschützt oder gänzlich ohne Passwortschutz abgesichert gewesen. Es habe sich also nicht einmal um wirkliches Computer-Hacking gehandelt. Nie habe er terroristische Absichten verfolgt und stehe derartigen Ansichten auch nicht nahe.

In dem von ihm gehackten Systemen, will er Informationen und Beweise für außerirdische Technologie, eine Liste "mit den Namen außerirdischer Offiziere, Schiffe und Güterverkehr", sowie ein Bild eines "UFOs mit perfekter, glatter Oberfläche" gefunden haben.

Auf Rechnern der NASA gebe es zudem Beweise, dass aus deren Aufnahmen UFOs absichtlich herausretuschiert wurden und werden, wie er in einem Interview mit der BBC bestätigt. Allerdings gehen McKinnons Aussagen kaum über bereits bekannte Inhalte anderer Verschwörungstheorien hinaus.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / freegary.org.uk

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