Archiv: Eros, der zweitgrößte erdnächste Asteroid | Copyright: NEAR Project/NLR/JHUAPL/Goddard SVS/NASAWashington/ USA - Nachdem immer wieder Asteroiden erst extrem kurzfristig entdeckt werden, bevor sie der Erde unangenehm nahe kommen und Experten dennoch weiterhin verneinen, dass derzeit von kosmischen Geschossen eine potentielle Bedrohung für unseren Planeten ausgeht, kommt nun eine Expertenkommission der US-Regierung zu einem beunruhigenden Ergebnis.
Derzeitige Asteroidenbeobachtungsprojekte seien nur selten in der Lage, Asteroiden von weniger als einem Kilometer Durchmesser zu entdecken, wodurch im Ernstfall kaum oder gar keine Zeit für eine Warnung bliebe, so die Einschätzung der Wissenschaftler. Neue Teleskope und eine bessere finanzielle Ausstattung der Beobachtungsprojekte vornehmlich der NASA seien dringend notwendig.
Nachdem bereits 1998 der US-Kongress die NASA damit beauftragt hatte, mindestens 90 Prozent der geschätzten 940 erdnahen Asteroiden von mehr als einem Kilometer Durchmesser zu finden, zu katalogisieren und kontinuierlich zu beobachten, wurden mittlerweile immerhin 784 (ca. 83 Prozent) entdeckt.
Doch auch kleinere Asteroiden können beachtliche Schäden auf der Erde anrichten und ihre Anzahl sei weitaus höher, mahnt die Kommission des US-amerikanischen "National Research Council". Bis 2020 soll die NASA nun auch 90 Prozent dieser Brocken von mehr als 140 Metern Durchmesser ausmachen. Ohne weitere Gelder könne dieses Ziel jedoch nicht erreicht werden, so das Credo der Experten.
"Nahezu alle Kommissionsmitglieder stimmen darin überein, dass das gesteckte Ziel mit den bisherigen Mitteln bei weitem nicht erreicht werden kann", so der Vorsitzende Irwin Shapiro vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge gegenüber dem "NewScientist".
Kleine Asteroiden könnten sehr einfach den bisherigen Beobachtungsnetzwerken entgehen, da die Teleskope zu kleine Himmelsausschnitte abdecken und lediglich bei Nacht im Einsatz seien. Selbst Wolken könnten derzeit die Sicht einiger Projekte auf die potentiellen Bedrohungen aus dem All verdecken. Kommen die kosmischen Brocken zudem aus Sonnenrichtung, sind sie hinzu zumindest für erdgebundene Teleskope bis kurz vor zum Einschlagereignis nahezu unsichtbar. Lediglich neue, jedoch auch teure Weltraumteleskope auf dem neusten Stand der Technik, könnten diese Hindernisse beseitigen.
Auf der Erde können auch kleinere Asteroiden und Kometen erhebliche Schäden anrichten. So gehen Wissenschaftler derzeit davon aus, dass 1908 ein nur 30 Meter durchmessender Asteroid für die Katastrophe von Tunguska verantwortlich war. Die damalige Explosion setzte das Hundertfache der Energie der Hiroshima-Bombe fei und verwüstete rund 2000 Quadratkilometer Waldfläche.
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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nationalacademies.org / nasa.gov / newscientist.com
