Donnerstag, 24. Juni 2010

Übersehen Astronomen Aliensignale?

Das "PSR J1928+15"-Signal von 2005 | Copyright/Quelle: J u. D. Benford

Lafayette/ USA - Bei der Suche nach intelligenten außerirdischen Signalen stoßen Astronomen immer wieder auf kurzlebige Signale, deren Ursprung aufgrund ihrer bisherigen Einmaligkeit jedoch nicht weiter identifiziert werden kann und sie somit auch nicht als Alien-Signale gewertet werden. Dennoch, so schlägt eine aktuelle Studie vor, könnte es sich dabei um Signale einer außerirdischen Zivilisation handeln.

Wie die Forscher James Benford und Dominic Benford von "Microwave Sciences" in ihrer online veröffentlichten Studie mit dem Titel "How can we distinguish transient pulsars from SETI beacons?" (Wie können wir kurzlebige Pulsare von SETI- Signalen unterscheiden?) darlegen, könnten entsprechende SETI-Signale von ihrer Quelle in einer Art von Rastersuche durch die galaktische Eben gesendet werden. Je nach Größe des Leitstrahls und seiner Sequenzeinstellung könnte also eine relativ lange Zeit vergehen, bis das Signal wiederkehrt.

Aus diesem Grund fordern die Forscher, einen Weg zu ersinnen, mit dem man entsprechende Signale von natürlichen Strahlungsquellen unterscheiden kann. Ein solcher Signalstrahl könnte laut den Autoren der Studie beispielsweise pulsieren, um Energie zu sparen und eine Amplituden- oder Frequenzmodulation aufweisen, um eventuelle Empfänger darauf aufmerksam zu machen.

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Das Problem für die Wissenschaft besteht nun jedoch nicht darin, dass es solche Signale nicht gibt, sondern in der Tatsache, dass auch natürliche Quellen, vornehmlich Pulsare, also schnell rotierende Neutronensterne, nahezu genau so aussehen, wie die potentiellen Aliensignale nach James und Dominic Benford. Nicht zuletzt aus diesem Grund wurden Pulsare bei ihrer Entdeckung in den 1960er Jahren zunächst auch als LGMs bezeichnet - also als "Little Green Men" (Kleine grüne Männchen) bezeichnet. Während sich die meisten Signale von Pulsaren kurzfristig wiederholen, gibt es jedoch auch hier Beispiele, die dies nicht tun.

Als Beispiel für ein solches potentielles Aliensignal nennen die Autoren die Radiostrahlenemission "PSR J1928+15" die 2005 für lediglich zwei Minuten vom Arecibo-Radioteleskop entdeckt wurde und seither nicht wieder auftauchte. Damals handelt es sich um insgesamt drei aufeinanderfolgende Impulse, von welchen der erste und dritte jeweils um den Faktor 10 schwächer waren wie der zentrale zweite Impuls. Den Ursprung der "Sendung" vermuten Wissenschaftler im Zentrum unserer Galaxie in einer Entfernung von rund 26.000 Lichtjahren.

Die Theorie der Wissenschaftler könnte "PSR J1928+15" nun als außerirdisches Signallicht erklären, dessen zentraler Teil aufgefangen wurde. Bei den Impulsen Nummer eins und drei könnte es sich dann um die Randbereiche des Signalstrahls gehandelt haben.

Eine einfachere Erklärung für das kurzlebige Signal wäre hingegen, dass es etwa durch einen in einen Neutronenstern gestürzten Meteoriten verursacht wurde, der dann das starke Magnetfeld des Pulsars gestört hätte.

Kritiker der Theorie von James und Dominic Benfords Theorie verweisen zudem auf dem Umstand, dass das zentrale Signal mit 190.000 Terawatt gesendet wurde - dem rund 10.000fachen des Energieausstoßes der gesamten Menschheit. Damit bezweifeln sie, dass eine außerirdische Zivilisation einen derartigen Energieaufwand betreiben würde bzw. könnte.

Die Autoren hingegen verweisen auf eine Vielzahl von Möglichkeiten, wie dieser Aufwand erbracht werden könnte - beispielsweise, wenn es sich um eine technologisch uns weit überlegene Super-Zivilisation handeln würde. Diese könnte etwa über eine unerschöpfliche Armee von Arbeitsrobotern verfügen, mit deren Hilfe gewaltige Antennenanlagen im All errichtet werden, wie sie die notwendigen Mengen an Energie durch Sonnenlichtkollektoren erzeugen.

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