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Montag, 8. November 2010

Super-Erden könnten lebensfeindlich sein

Archiv: Felsige Super-Erde mit Mond | Copyright: L. Calcada / ESO.org

Paris/ Frankreich - Ferne Felsplaneten von der mehrfachen Masse der Erde galten bislang als vielversprechende Kandidaten bei der Suche nach außerirdischem Leben außerhalb unseres Sonnensystems. Eine aktuelle Studie französischer Wissenschaftler stellt diese Hoffnung nun jedoch in Frage und vermutet sogar, dass die Bedingungen auf den Super-Erden sogar vielmehr lebensfeindlich sein könnten.

Der Grund für die Bedenken der Forscher um Guillaume Morard vom "Institut de minéralogie et de physique des milieux condensés" (Insitut für Mineralogie und Physik für kompirimierte Materie) an der "Université Pierre et Marie Curie" (UPMC) in Paris, liegt in dem Umstand, dass diese großen Felsplaneten möglicherweise nicht über ein das potentiell vorhandene Leben vor schädlicher Weltraumstrahlung schützendes Magnetfeld verfügen.

In Computersimulationen von derartigen Super-Erden von bis zu 10 Erdenmassen, zeigte sich, dass der vorausgesetzte Eisenkern der Planeten, wie er in seiner verflüssigten Form wahrscheinlich für das Magnetfeld der Erde verantwortlich ist, unter den hohen Druckbedingungen der Super-Erden verfestigt bleibt - also nach derzeitiger Lehrmeinung kein planetares Magnetfeld erzeugen könnte.

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Ohne ein solches Magnetfeld, wäre ein entsprechender Planet jedoch ungeschützt der schädlichen Strahlung aus dem All ausgesetzt und eine, wenn überhaupt in frühen Entwicklungsphasen vorhandene Atmosphäre würde vergleichsweise schnell von den Partikeln seines Zentralgestirns zersetzt werden. Die Entstehung von Leben, zumindest in Formen, wie wir sie von der Erde kennen, könnte sich auf solchen Planten also selbst dann nicht entwickeln, wenn sich diese Planeten innerhalb der sogenannten habitablen Zone befinden - jenem Abstandsbereich von ihrem Zentralgestirn also, innerhalb dessen gemäßigte Oberflächentemperaturen die Existenz von Wasser in flüssiger Form erlauben.

Für den Vlada Stamankovic vom "Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt" in Berlin ist es hingegen selbst anhand der Simulationsergebnisse noch zu früh, um auch anhand von Super-Erden einen geschmolzenen Eisenkern und damit ein planetares Magnetfeld auszuschließen. Das Innere solcher Planeten könnte heiß genug sein, um das Eisen zu schmelzen. "Die tatsächlichen Temperaturen könnten deutlich höher sein als angenommen", zitiert "NewScientist.com" den Forscher. "Tatsächlich wissen wir dies einfach noch nicht."

Die ersten Super-Erden wurden schon 1991 um den Pulsar "PSR B1257+12" gefunden und zählten mit zu den ersten Exoplaneten überhaupt, die entdeckt wurden. Selbst innerhalb der habitablen Zone um einen fernen Stern wurden bereits zwei Super-Erden entdeckt. Allerdings befinden sich diese relativ dicht an den extremen Rändern dieser Zone um den Stern "Gliese 581" sind also wahrscheinlich entweder doch zu heiß oder zu kalt, um Wasser in flüssiger Form zu beherbergen (...wir berichteten 1, 2). Neue Bahnberechnungsdaten vom April 2009 lassen jedoch die Hoffnung erneut steigen, dass einer der beiden Planeten, "Gliese 581d", seinen Stern doch komfortabel innerhalb der "bewohnbaren Zone" umrundet.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / newscientist.com
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