Archiv: Wellenförmige Dünenfelder auf dem Mars | Copyright: NASA/JPL-Caltech/University of ArizonaTucson/ USA - Eine neue Studie von US-Forschern belegt, dass relativ dicht unterhalb der Marsoberfläche selbst heute noch Becken und Gruben gefüllt mit flüssigem Wasser existieren könnten, in welchen dann auch zumindest mikrobiologisches Leben entstanden sein könnte.
Auch wenn die Marsoberfläche heute zu kalt ist, als dass hier Wasser in flüssiger Form über längerer Zeiträume existieren kann, könnte es im Untergrund Wassertaschen geben, die von Schichten aus porösen Sedimenten warm genug isoliert werden, um flüssiges Wasser zu bergen, erläutern die Forscher um J. Alexis Palmero Rodriguez vom "Planetary Science Institute" aktuell im Fachmagazin "Icarus".
Grundlage der neuen Theorie bilden die gewaltigen Abflusskanäle in der südlichen Marsregion Circum-Chryse. Die urzeitlichen Marskanäle wurden wahrscheinlich von gewaltigen Wasserfluten gegraben, wie sie die Gewalten des heutigen Mississippi um das Hundert- bis Tausendfache übertroffen hätten und die, so glauben die Forscher, wahrscheinlich an zahlreichen Orten auf dem Mars aus Grundwasserbecken an die Oberfläche gelangt waren (...wir berichteten).
Neue thermische Modelle des Mars haben den Forschern nun eine neue faszinierende Möglichkeit offenbart: "Es benötigt nur wenige dutzend Meter von porösem und feinkörnigen Sedimenten, etwa Dünen oder angeschwemmte Ablagerungen, um damit eine thermale Anomalie zu erzeugen, die Wassereis zum Schmelzen bringen würde oder sogar Wasser auch schon in geringen Tiefen langfristig in flüssiger Form halten kann", zitiert "NationalGeographic.com" den Wissenschaftler.
Derzeit sei der Wärmefluss aus dem Innern des Planeten an dessen Oberfläche etwa viermal schwächer, als noch vor rund drei Milliarden Jahren - jener Zeit also, als die gewaltigen Schluchten gegraben wurden. "Es bedarf also auch viermal dickeren porösen Sedimentschichten von etwa 120 Meter, um die Wärme genügend zu isolieren. Doch das ist immer noch relativ dicht unter der Oberfläche und zudem für Menschen eine durchaus erreichbare Tiefe", so Palmero Rodriguez. Da die porösen Sedimente zudem relativ leicht zu bearbeiten bzw. zu durchbohren wären, stünde also zukünftigen bemannten Marsmissionen eine wichtige Trink- und Nutzwasserquelle vor Ort zur Verfügung.
Sollten diese Grundwasserreservoirs des Mars also existieren, wären sie mit der grundwasserführenden Schicht unterhalb der Permafrostböden der nördlichen Regionen der Erde zu vergleichen. Am wahrscheinlichsten, so glauben die Forscher, seien diese Becken unterhalb mächtiger Sanddünenfelder, wie sie heute einst wasserreiche Gebiete, wie etwa Salzbetten und Gletscher bedecken, zu finden.
Derartige Wasserreservoirs könnten rein theoretisch als Leben, zumindest in Form von Mikroben, bergen: "Biologisch betrachtet ist die Abwesenheit von flüssigem Wasser derzeit die einzige Einschränkung für die Vorstellung von Leben auf dem Mars", so der Koautor der Studie Alberto Fairén vom "Ames Research Center" der NASA in Kalifornien.
Bislang handelt es sich jedoch noch immer nur um eine theoretische Möglichkeit. Ob und wie sich Grundwasser unterhalb der Marsoberfläche befindet bzw. verteilt ist, ist immer noch fraglich und Inhalt kontroverser Diskussionen.
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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov / nationalgeographic.com / psi.edu