Donnerstag, 18. August 2011

Ehemaliger Leiter des UFO-Büros des britischen Verteidigungsministeriums gesteht Strategie der Diskreditierung von UFO-Sichtungen

Nick Pope | Copyright/Quelle: exopolitik.org

London/ England - Von 1991 to 1994 war Nick Pope bei britischen Verteidigungsministerium (Ministry of Defence, MoD) für die Dokumentation und Untersuchung von UFO-Meldungen zuständig. Jetzt hat Pope die jahrelange Politik des MoD eingestanden und sich dafür entschuldigt, Teil jener Maschinerie gewesen zu sein, die zum Ziel hatte, UFO-Berichte und entsprechende Zeugen lächerlich zu machen.

Aus den vom britischen Verteidigungsministerium veröffentlichten, teilweise einst geheimen UFO-Akten gehe überdeutlich hervor, "dass wir verzweifelt den Standpunkt verteidigten, dass das Thema nicht von Interesse für die Verteidigung sei", so Pope gegenüber der "Huffington Post" (huffingtonpost.com). “Wir konnten nicht einfach sagen ‘da ist etwas in unserem Luftraum; Piloten haben sie gesehen; Sie wurden mittels Radar erfasst; manchmal haben wir Jets gestartet um sie zu verfolgen, aber wir konnten sie nicht erwischen’. Das wäre ein Eingeständnis dafür gewesen, dass wir die Kontrolle über unseren eigenen Luftraum verloren haben. Eine solche Position wäre unhaltbar gewesen.”

Jedes Mal wenn das MoD einen neuen Bericht eines Piloten erhielte, seien entsprechende Radaraufzeichnungen überprüft worden. "Wir erzählten der Öffentlichkeit, dass uns das Alles nicht interessieren würde und alles Unsinn sei. In Wirklichkeit drehten wir uns verzweifelt im Kreis und verfolgten alles bis ins Detail”, erläutert Pope und entschuldigt sich dafür, dass auch er Teil dieser Politik gewesen war.

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Während eine der freigegebenen Akten enthüllt, wie sehr es den Beamten peinlich gewesen wäre, wenn die Öffentlichkeit erfahren hätte, dass die UFO-Forschungsarbeiten wegen Geldmangel und anderer, höherer Prioritäten verhindert wurden, belegt ein anderer Vorfall aus dem Jahr 2007 den Umgang zweifelhaften Umgang des MoD mit qualifizierten UFO-Berichten.

"Der Pilot und einige seiner Passagiere sahen ein UFO, welches nach ihren Aussagen ungefähr eine Meile groß gewesen sein soll (...wir berichteten). Mehrere andere Piloten hatten es auch gesehen, wollten den Vorfall aber nicht melden. Und hier kommt die ‘Sie kommen aus dem Gefängnis frei'-Karte für das MoD: Es stellte sich heraus, dass sich das Objekt einige hundert Meter im französischen Luftraum aufhielt. So konnten sie sagen: ‘Nun, es ist im französischen Luftraum passiert, es ist also nicht unser Problem'. Natürlich war das eine unerhörte Aufhebung unserer Verantwortung.”

Auch eine Akte aus dem Jahr 1993, jener Zeit also, als Pope UFO-Projektleiter beim MoD war, beschreibt, wie europäische Gelder wegen eines Berichts, der die Theorie beinhaltete, dass Außerirdische eine Basis im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter errichtet hätten, verschwendet wurden.

"Ich bin in diesem Fall ein wenig mitverantwortlich und bedauere sehr, dass ich bei diesem Spiel mitgemacht habe. Um unsere Taktik des Herunterspielens des UFO-Phänomens wirklich umsetzen zu können, mussten wir Meinungsmache und gemeine Tricks einsetzen. (...) Wir benutzten Begriffe wie ‘UFO-Fans’ oder ‘UFO-Aufklärer’. Begriffe, die eben aussagen sollten, dass diese Leute Spinner sind. Wir unterstellten, dass dies lediglich ein kurioses Hobby sei und im krassen Gegensatz zu ernsthafter Forschung stehe.“

Laut Pope sei diese Art der verhöhnenden Politik sogar noch einen Schritt weiter gegangen: "Ein anderer Trick war es, absichtlich Ausdrücke zu verwenden wie etwa 'kleine grüne Männchen'. Wir versuchten damit zwei Dinge zu tun: Erstens versuchten wir jede Mediengeschichte über das Thema UFOs im Keim zu ersticken. Zweitens versuchten wir, wenn es eine Mediengeschichte über das Thema gab, diese so ins Lächerliche zu ziehen, sodass die Menschen, die sich für das Thema interessierten, ebenfalls lächerlich erscheinen würden.“

Pope gibt weiter zu, dass er sogar derjenige gewesen sein könnte, der die MoD-Anweisungen zur Verunglimpfungs-Politik verfasst hat: “Falls dies meine Worte waren, dann tut es mir sehr leid und ich bedauere es. Ich glaube an eine offene Regierung und an die Informationsfreiheit. Ich glaube, dass das UFO-Phänomen wichtige Verteidigungs- und nationale Sicherheitsangelegenheiten, sowie Angelegenheiten in Bezug auf die Luftsicherheit betrifft. Wenn ich dazu beigetragen habe, dass jegliche Initiative in diese Richtung verhindert wurde, dann bedauere ich dies zutiefst.“

Offensichtlich war es in manchen Fällen leichter, die Zeugen selbst unglaubwürdig aussehen zu lassen, als in anderen Fällen. Als Beispiel nennt Pope einen Vorfall vom 2. Juni 2003 während des "Glastonbury Festivals".

"Es war sehr leicht einen Vorfall zu finden, der bei einer Veranstaltung wie z.B. einem Rock-Konzert stattfand", merkt Pope an. "Du brauchst noch nicht einmal die Sichtweise der Medien und Öffentlichkeit um behaupten zu können, dass Drogen und Alkohol dabei eine Rolle gespielt hatten. Damit konnten wir das Thema UFO noch stärker in Verruf bringen.“

Trotz der tausenden von Dokumentenseiten, die bisher veröffentlicht wurden, sagt Pope, dass es noch keinen dokumentierten Beweis gibt, der bestätigt, dass wir von Außerirdischen besucht wurden.

"Bisher noch nicht. Es gibt keinen unwiderlegbaren Beweis, dass Raumschiffe in irgendwelchen Hallen stehen. Jedoch gibt es eine große Anzahl von Sichtungen, die meiner Meinung nach aufzeigen, dass wir uns mit mehr beschäftigen, als nur mit Flugzeuglichtern und Wetterballons.“

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Quellen: huffingtonpost.com / exopolitik.org / grenzwissenschaft-aktuell.de

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