Mittwoch, 14. September 2011

SETI@home entdeckte 4,2 Milliarden potentiell interessante Signale

Die Grafik zeigt im oberen Abschnitt die Frequenzverteilung von allen Impulsen, wie sie von SETI@home registriert wurden. Im mittleren Teil (weiß) sind jene Impulse zu sehen, die von bekannten Interferenzquellen Stammen. Dieser wurden im unteren Teil entfernt und dennoch bleiben einige interessante Signale erhalten, die es weiterführend zu untersuchen gilt. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: Eric J. Korpela et al.

Berkeley/ USA - Seit 1999 bietet das Internetportal SETI@home (setiathome.berkeley.edu) Laien die Möglichkeit, eigene Rechnerkapazitäten in den Dienst der Suche nach intelligenten außerirdischen Signalen zu stellen. Seither entdeckte das Programm rund 4,2 Milliarden potentiell interessanter Signale, die sich aus dem normalen Hintergrundrauschen aus dem All abheben und die es gilt, weiterführend auf ihre Herkunft zu analysieren. Mit Hilfe eines neuen Programms sollen diese Signale nun automatisch ausgewertet und visuell dargestellt werden.

Die Daten selbst stammen vom Radioteleskop nahe Arecibo auf Puerto Rico und werden von dem Computerprogramm auf fünf unterschiedliche Mustertypen hin untersucht, die aller Wahrscheinlichkeit nach nicht vom Hintergrundrauschen oder zufällig erzeugt werden können. Hierzu zählen beispielsweise drei Höhenwerte hintereinander oder Impulse, die als digitales Signal verstanden werden könnten.

Die Mammutaufgabe, der Überprüfung dieser Datenmenge beginnt in einem ersten Schritt ebenfalls automatisch durch das SETI@home-Programm selbst, wenn dieses bekannte Quellen aussondert: "Die am meist verbreitete Quelle von ungewöhnlichen Interferenzen in den SETI@home-Daten sind Signale von Radar-Stationen auf Puerto Rico", erläutert Eric Korpela von der "University of California, Berkeley" (UC Berkeley), der das weitere Vorgehen in einem Artikel beschrieben und vorab auf "arxiv.org" veröffentlicht hat. "Die meisten anderen vermeintlich ungewöhnlichen Signale können ebenfalls einer bekannten natürlichen bzw. technischen Quelle zugeordnet und aussortiert werden."

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Nach diesem Vorgang bleiben jedoch weiterhin zahlreiche Signale, die es eingehender zu analysieren gilt. Die Forscher haben hierzu nun ein Programm entwickelt, dass es Freiwilligen ermöglichen soll, die verbliebenen Daten visuell auf Besonderheiten hin zu analysieren.

Grundvoraussetzung dieses Programms, wie auch für die Suche nach intelligenten außerirdischen Signalen (Search for ExtraTeresstrial Intelligence, SETI) überhaupt, ist, dass ein Signal auch nach seiner Entdeckung zu einem späteren Zeitpunkt am selben Ort am Himmel wieder gefunden werden kann. Hierbei soll das neu entwickelte Programm "Near-Time Persistency Checker" (NTPCkr) behilflich sein und erstellt eine Karte der verbliebenen Signale am Himmel.

Taucht ein Kandidat auf, wird er als "heiße" Markierung auf der Karte angezeigt und bleibt solange "heiß", wie das Signal wiederkehrt. Kommt es zu keinen weiteren Signalen an diesem Ort, so "kühlt" sich die einst "heiße" Markierung nach und nach wieder ab. Alle Signale, die über eine bestimmte Zeitdauer "heiß" bleiben, können dann wiederum eingehender untersucht werden.

Die Große Frage, welche bzw. wie viel Signale auf diese Weise bislang übrig blieben klingt zunächst ernüchternd: Lediglich ein einziges Radiosignal mit der Bezeichnung "SHGb02+14a", das schon 2004 entdeckt und publiziert wurde, konnte bislang nicht identifiziert werden. Allerdings gibt es in einem Umkreis von 1000 Lichtjahren um die Ursprungskoordinaten dieses Signals offenbar keine Sterne, weswegen die meisten Beobachter davon ausgehen, dass es sich bei dem Signal um eine zufällige Variation des Hintergrundrauschens handelt.

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