Donnerstag, 9. Februar 2012

Zeigt Online-Video ein lebendes Wollhaarmammut?

Standbild aus dem Video. | Copyright/Quelle: M.Cohen, Barcroft Media /thesun.co.uk

Portland/ USA - Im Internet und in Boulevardmedien macht derzeit ein Video die Runde, das angeblich ein lebendiges Wollhaarmammut zeigen soll, wie dieses einen sibirischen Fluss durchquert. Aufgrund einer mehr als mangelhaften Informationslage zum Video selbst zeigen sich Kryptozoologen deutlich zurückhaltend und vermuten vielmehr, dass der erste Eindruck trügt und das Video kein eiszeitliches Mammut sondern einen Bären zeigt.

+ + + Zu dieser Meldung iegt mittlerweile ein Update vor, in dem der Nachweis dafür erbracht wird, dass das Mammut-Video gefälscht wurde. Diese Meldung (vom 15.02.2012) finden Sie HIER + + +


Schon die Quelle des Videos lässt viele an der Glaubwürdigkeit der Aussage, dass es sich um ein Wollhaarmammut handeln soll, zweifeln - wurde der Film doch von Michael Cohen, dem Herausgeber von "AllNewsWeb.com" veröffentlicht. Cohen bezeichnet sein Internetportal selbst als den "einzige intergalaktische Nachrichtendienst der Welt", ist allerdings vielmehr für seine reißerische und undifferenzierte Publikation selbst von offenkundig gefälschten Videos aus dem Bereich des Paranormalen bekannt, zu denen meist kaum weiterführende Informationen vorliegen, ebenso bekannt wie berüchtigt.

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Auch im Falle des Mammut-Videos ist die Sachlage erneut nicht anders. Als einzige Hintergrundinformation nennt Cohen gegenüber der "The Sun" einen "regierungsangestellten Ingenieur", der das Video im vergangenen Sommer im Autonomen Kreis der Tschuktschen im Ostsibirischen Bergland gemacht haben soll.


Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten


Wie der US-amerikanische Kryptozoologe Loren Coleman auf seiner Internetseite "cryptomundo.com" erläutert, gab es zwar bis in die 1970er Jahren immer wieder Berichte über die Sichtungen lebender Wollhaarmammuts, doch könnte die Aufnahmen - wenn es sich bei dem Film nicht gänzlich um eine Fälschung handelt - auch einen Bären zeigen, der einen großen Fisch oder Ast in seinem Maul durch das Wasser trägt.

Aus der Entfernung betrachtet, wird ein Bär mit Fisch im Maul (HIER finden sie das Foto in Originalgröße) schnell zum Mammut. | Copyright/Quelle: Jim Baswell / blog.showmenaturephotography.com/

Tatsächlich macht die Aufnahme bei erneuter Betrachtung der Vergrößerung einen derartigen Eindruck und Coleman untermauert seine diesbezügliche Deutung mit einer bekannten Aufnahme eines solchen Bären eindrucksvoll (s. kl. Abb.): "Aus der Entfernung betrachtet, kann ein Bär tatsächlich wie ein Mammut wirken", so der Experte. Beispiele für Bären mit vergleichbar großer Fischbeute finden Sie HIER und HIER.

Während Wissenschaftler daran arbeiten, anhand von aus im Permafrostboden erhaltenen Mammutkadavern extrahierter DNA, die Eiszeitriesen wieder zum Leben zu erwecken (...wir berichteten, s. Links), bevölkerte die ausgestorbene Elefantengattung der Mammuts seit 4,5 Millionen Jahren mit verschiedenen Arten die Weiten Nordamerikas, Europas, Asiens und Afrikas. Heutzutage beschreibt der Begriff Mammut im Allgemeinverständnis meist das sogenannte Wollhaarmammut. Diese Art der Mammuts entwickelte sich im Übergang vom Alt- zum Mittelpleistozän vor etwa 800.000 bis 600.000 Jahren in Sibirien und bewohnte die kaltzeitlichen Steppen im nördlichen Eurasien und Nordamerika. Es stellt das Endglied der plio- und pleistozänen Entwicklung der Mammuts dar, die vor rund 11.000 Jahren ausstarb. Tatsächlich überlebten Wollhaarmammuts aber regional in einigen Restpopulationen bis vor 4.000 Jahren, beispielsweise auf der Wrangel-Insel im sibirischen Eismeer.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / cryptomundo.com / thesun.co.uk / allnewsweb.com

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