Dienstag, 13. März 2012

Marsböden könnten Fossilien bewahrt haben

Die Orte der 226 untersuchten Seenbetten auf dem Mars, nördlich und südlich des Äquators. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: Goudge, T.A., Head, J.W., Mustard, J.F. and Fassett, C.I./MOLA/NASA

Providence/ USA - Lehm- und Tonböden, wie sie auch auf dem Mars zu finden sind, eignen sich in idealer Weise zur Bewahrung von Beweisen für einstiges Leben in Form von Fossilien – zumindest auf der Erde. Eine neue Studie zeigt allerdings, dass nur etwa ein Drittel der untersuchten urzeitlichen Seenbetten auf dem Roten Planeten diese Böden in für Sonden zugänglichen Oberflächen auch aufweist.

Wie die Forscher um Timothy Goudge von der Brown University aktuell im Fachmagazin "Icarus" berichten, konnten sie anhand von Aufnahmen der Marssonden Mars Reconnaissance Orbiter (MRO), Mars Odyssey (MO) und Mars Express (MEX) von einstigen Seenbetten auf dem Mars und des von diesen Flächen reflektierten Sonnenlichts nur an 79 von insgesamt 226 untersuchten entsprechenden Orten auf dem Roten Planeten eine chemische Zusammensetzung der Oberflächenböden finden, die Lehm- und Tonböden auf der Erde gleichen.

Dieses Verhältnis deutet für die Forscher auf die Vermischung von einstigem Marswasser mit den umliegenden Böden hin. Es könnte aber auch ein Hinweis darauf sein, dass Wasser nur für eine vergleichsweise kurze Zeit über den Roten Planeten floss.

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Sollte auf dem Mars - und dann wahrscheinlich in den einstigen Meeren und/oder Seen - Leben entstanden sein, so könnten sich in den Ton- und Lehmböden Beweise dafür in Form von Fossilien erhalten haben. Schon der NASA-Mars-Labor-Rover "Curiosity", dessen Ankunft im Marskrater Gale im Rahmen der Mission "Mars Science Laboratory" (MSL) schon im kommenden Sommer erwartet wird (...wir berichteten), könnte sich auf die Suche nach entsprechenden Versteinerungen machen. Zumindest die NASA-Wissenschaftler erwarten jedoch keine Funde ganzer Knochen oder Skelette, sondern vielmehr fossilierte Überreste von Mikroben.

"Auf der Erde hat sich in nahezu allen Gewässern Leben in irgendeiner Form entwickelt, das in den Sedimenten oder in den Gewässern selbst lebt. Von allen möglichen Kandidaten für Orte mit möglichen Spuren von Leben, gehören Seen (wie einst auch im Innern des Gale-Katers) zur besten Wahl für die Suche nach Hinweisen auf Leben", so Goudge gegenüber "Space.com".

Fließt Wasser über Mineralkörner, so vermischt es diese und verändert ihre Struktur. Wenn Wasser aber nur kurzzeitig floss, so könnte diese Zeit möglicherweise nicht ausgereicht haben, um größere Mengen von Lehmböden entstehen zu lassen.

Alle der aktuell untersuchten Seebetten, so die Forscher, trockneten vor rund 3,7 Milliarden Jahren aus und wurden danach teilweise von Lava aus Vulkanen oder eisigen Gletschern überdeckt. In einigen Fällen, wie etwas in der Marsregion Nili Fossae (...wir berichteten, s. Abb. Kreismarkierung), wurden diese Deckschichten jedoch durch Erosion wieder abgetragen und so die sich darunter befindenden Sedimente wieder freigelegt.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov / space.com

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