Die Weltkarte der magnetischen Anomalien | Copright: „Commission for the Geological Map of the World“, “Magnetic Anomaly Map of the World“Paris/ Frankreich – Ein Team internationaler Wissenschaftler hat eine detaillierte Weltkarte der magnetischen Anomalien auf der Erde erstellt. Die „World Digital Magnetic Anomaly Map (WDMAM)“ zeigt die auf der Erde durch die Magnetisierung von Gesteinsformationen in der Erdkruste hervorgerufene Verteilung von Magnetfeldern und im Besonderen jene Zonen, wo diese besonders stark wirken.
Die Forscher erhoffen sich von den Daten neue Informationen über die Zusammensetzung unseres Planeten. Dabei zeigt die Karte die magnetische Situation auf der Erde nachdem das Erdmagnetfeld, das die erde umgibt und uns etwa vor den geladenen Partikeln des Sonnenwindes abschirmt, weggerechnet wurde. Die deutlichen Unterschiede in der Stärke des irdischen Magnetfeldes, die teilweise mehrer hundert Nanotesla (nT) betragen, basieren auf den unterschiedlich magnetischen Eigenschaften des Gesteins der Erdkruste. So zeichnen sich etwa Lagerstätten von Eisenerz aber auch Lagerstätten von Untergrundwasser ab. Anomalien können unterschiedliche Erklärungen haben. So zeichnen sich am Ozeanboden beispielsweise streifenförmige Strukturen ab, die auf die Auseinanderbewegung der tektonischen Platten und die an diesen Stellen hervortretende neue Kruste zurückgeht. Dort wo sich das neue Material ausbreitet und abkühlt erzeugen Mineralien im Gestein, dass dieses gemäß der Ausrichtung des Erdmagnetfeldes magnetisiert wird. Da sich die Polarität des Erdmagnetfeldes immer wieder umkehrt, entstanden die Streifen zu beiden Seiten der Gräben.
HIER können Sie sich die magnetische Weltkarte als PDF herunterladen.
Auch die Dicke, Dichte und Zusammensetzung der Erdkruste und der magnetisierten Schichten variiert von Region zu Region und führt so zu teilweise deutlichen Unterschieden. Normalerweise weist noch junge, dünne Kruste weniger magnetische Minerale auf, wie ältere Teile. Ältere Sektionen, wie etwa die so genannte „Kurs Anomalie“, jene geologisch relativ stabile Region zwischen Europa und dem „Baltischen Schild“ sind hingegen stark magnetisch.
Zukünftig soll die Karte mittel weitere Satellitenmissionen von ESA und NASA, auf deren bisherigen Daten die Arbeit bislang schon basiert, noch detaillierter verfeinert werden.
In Westeuropa finden sich besonders im Westen, Norden und Süden Großbritanniens und Irland, sowie in Zentral- und Nordfrankreich, vereinzelt in West- und Mitteldeutschland, sowie in Norditalien, Portugal und Westspanien Zonen mit besonders starken (rot) magnetischen Feldern. Ob diese auch grenzwissenschaftliche Phänomene beeinflussen, ist bislang lediglich fallbezogen untersucht worden. Bei zahlreichen dieser Phänomene, wurden geo-magnetische Phänomene als Auslöser oder zumindest als begünstigende Faktoren bereits diskutiert. Die WDMAM-Karte könnte eventuell also auch hier neue Ansätze liefern.
Quellen: projects.gtk.fi/WDMAM / gfz-potsdam.de / bbc.co.uk / esa.int / nasa.gov / iugg.org/IAGA / grenzwissenschaft-aktuell.de
