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Mittwoch, 5. März 2008

Geheimdokumente: PSI-Spion gegen Hitler

Archiv: Adolf Hitler mit Unity Mitford | Copyright: Public Domain

Kew/ England - Erst jetzt vom National Archive freigegebene Geheimakten des britischen Inlandsgeheimdienstes MI5 belegen eine kuriose Facette der Spionagetätigkeiten während des Zweiten Weltkrieges: Ein Astrologe sollte im Auftrag des Secret Service Pläne und Gedanken von Adolf Hitler vorhersagen.

Wie die Times berichtet, sollte der 1903 in Berlin geborene Luis de Wohl sogar im Auftrag Churchills den US-Präsidenten Roosevelt davon überzeugen, in den Krieg einzutreten. Schon nach wenigen Jahren soll der einstige Bankangestellte und Autor astrologischer Schriften der Regierung allerdings derart lästig geworden sein, dass offen darüber diskutiert wurde, wie man ihn wieder loswerden könnte, ohne dabei das eigenen Ansehen zu verlieren.

De Wohl selbst erlangte seine Anstellung, indem er die Verantwortlichem beim MI5 davon überzeugte, dass Hitler selbst regelrecht besessen vom Glauben an die Astrologie sei und keine Entscheidung treffe, ohne dazu auch seine von Karl Ernst Krafft erstellen Horoskope zu befragen. Genau diese Horoskope, so de Wohl, könne auch er anfertigen.

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Als Chef des eigens für seine Arbeit eingerichteten "Büros für psychologische Forschung" verfasste de Wohl fortan von seinem auf Staatskosten angemieteten Hotelzimmer in der Park Lane astrologische Gutachten über die Deutsche Psyche, und zahlreiche Politiker aller Kriegsparteien - vornehmlich jedoch über die Führer des faschistischen Deutschlands.

Nachdem sich der gewünschte Erfolg anhand de Wohls Aussagen nicht einstellen wollte, wurde ab 1942 innerhalb der Geheimdienste darüber diskutiert, wie man den Astrologen möglichst unbemerkt wieder loswerden könne. "Einsperren" oder "aufs Land schicken" waren dabei zwei von insgesamt vier Vorschlägen, die in den Akten nicht zensiert wurden. Schlussendlich wurde er zwar freigestellt, jedoch weiterhin für sein Schweigen über seine einstige Arbeit bezahlt.

Quellen: times.co.uk / grenzwissenschaft-aktuell.de / nationalarchives.gov.uk

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, 19. Dezember 2008
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