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Donnerstag, 10. April 2008

Marsmond Phobos in 3D

23. März 2008: Marsmond Phobos aus der Nähe | Copyright: NASA/JPL-Caltech/Univ. of Arizona

Passadena/ USA - Mit der "High Resolution Imaging Science Experiment" (HiRISE) Kamera der NASA-Sonde "Mars Reconnaisance Orbiter" (MRO) sind zwei detaillierte 3D-Aufnahmen des Marsmondes Phobos gelungen.

Die beiden Bilder entstanden am 23. März 2008 im Abstand von 10 Minuten voneinander und zeigen den Marsmond in Stereo - also dreidimensional. Allerdings liegt die Auflösung der neuen Bilder hinter der voriger Aufnahmen - etwa durch die Marssonde "Mars Global Surveyor", da sich der MRO mit 6800 (erstes Foto) und 5800 (zweites Foto) Kilometern weiter von Phobos entfernt befand, als seine Vorgängermissionen. Dennoch handele es sich um die bislang besten Bilder des Mondes, so Nathan Bridges von HiRISE-Team des "Jet Propulsion Laboratory" (JPL) in Passadena, von denen man sich neue Hinweise über die Herkunft und Evolution von Phobos erhoffe.

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Für die Marsforscher ist der größere der beiden relativ kleinen Marsmonde aufgrund möglicher Wassereis- und Kohlenstoffvorkommen von besonderem Interesse. Besonders markant und auf den Bilder gut zu erkennen ist der Stickney Krater mit einem Durchmesser von neun Kilometern. Astronomen vermuten, dass der Einschlag, der den Krater erzeugt hat, beinahe den ganzen Mond in Stücke gerissen hätte. Auf den Aufnahmen zeigt sich das Kraterinnere in einem bläulicheren Ton als der Rest des Mondes. Das deutet daraufhin, dass er wesentlich jüngeren Ursprungs und somit nicht Teil des ursprünglichen Phobos ist. Zudem sind auf den Aufnahmen Erdrutsche an den Kraterrändern von Stickney und anderen großen Kratern, sowie tiefe Gräben und ganze Kraterketten zu erkennen.

Zweite MRO-Aufnahme des Marsmondes Phobos aus 5800 Kilometern Entfernung | Copyright: NASA/JPL-Caltech/Univ. of Arizona

Der unregelmäßig geformte Phobos selbst hat einen Durchmesser von lediglich 22 Kilometern und besitzt nur ein tausendstel der Anziehungskraft der Erde - zu wenig, um den Mond in eine Kugelform zu pressen. Wie sein Gegenstück, der nur 12 Kilometer durchmessende Mond Deimos, handelt es sich auch bei Phobos wahrscheinlich um einen von der Gravitation des Mars eingefangenen Asteroiden aus dem Asteroidengürtel.

Interessanterweise wurde die tatsächliche Entdeckung im Jahre 1877 der nur schwer von der Erde aus zu beobachtenden Monde bereits im 1727 erschienenen dritten Teil von Jonathan Swifts Roman "Gulivers Reisen" fiktiv vorweggenommen. Dieser beschreibt die Beobachtungen der laputanischen Astronomen, die „zwei kleinere Sterne oder Satelliten, welche um den Mars laufen" kennen. "Hiervon ist der innerste vom Mittelpunkt des Planeten genau drei, der äußerste fünf seiner Durchmesser entfernt; ersterer vollendet seinen Umlauf im Zeitraum von zehn, letzterer in einundzwanzigeinhalb Stunden“. Vor dem Hintergrund, dass Swift die tatsächlichen Monde nicht kannte, lag er verhältnismäßig nahe an den tatsächlichen Werten der beiden Marsmonde - besonders, da andere, bis zu dieser Zeit bekannten Monde, wesentlich längere Umlaufzeiten aufweisen und deshalb kaum als Vorlage dienen konnten.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov
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