Archiv: Abendsonne über Stonehenge | Copyright: franklaumen.deWie in jedem Jahr, so markiert auch der heutige 20. Juni den längsten Tag des Jahres. Doch die Sommersonnenwende am 21. Juni hat nicht nur astronomische Bedeutung. Seit Jahrtausenden Feiern die Menschen diesen Wendepunkt im Jahreskreis.
Astronomisch stellen die winter- und sommerlichen Sonnenwenden (lat. Solstitium) jenen Zeitpunkt dar, in dem die Sonne im Lauf eines Sonnenjahres die größte nördliche oder südliche Deklination erreicht. In diesem Augenblick kehrt die Sonne ihre durch die Schiefe der Ekliptik bewirkte Deklinationsbewegung um und nähert sich wieder dem Himmelsäquator.
Diese maximale Deklination erreicht sie jedes Jahr zweimal: Einmal nördlich und einmal südlich des Himmelsäquators; je nach Hemisphäre (also Nord- oder Südhalbkugel der Erde) spricht man dabei jeweils von der Sommer- oder Wintersonnenwende. Zu diesen Zeiten hat sie auch ihre größte bzw. geringste Mittagshöhe über dem Horizont. Die Verbindungslinie der beiden Sonnenwenden heißt Solstitiallinie.
www.grenzwissenschaft-aktuell.de
Kalendarisch markiert der 20. Juni den 171. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 172. in Schaltjahren). Es bleiben also noch 194 Tage bis zum Jahresende.
Am 20. (bzw. 21.) Juni steht die Sonne dann Mittags am nördlichen Wendekreis im Zenit und geht am nördlichen Polarkreis nachts nicht mehr unter, dieser Tag ist somit in der nördlichen Erdhälfte der längste des Jahres, die Sommersonnenwende.
In vielen Ländern und Regionen wird die Sommersonnenwende – ebenso wie die Wintersonnenwende – seit Jahrtausenden gefeiert, da die Besonderheit dieses Jahrestages von vielen frühgeschichtlichen, antiken und frühmittelalterlichen Kulturen bereits erkannt und als wichtiger Marker im Jahreskreis verwendet wurde.
Die wohl bekanntesten Beweise für dieses Wissen finden sich anhand zahlreicher steinzeitlicher Kultstätten, wie etwa dem Steinkreis von Stonehenge, der u. a. nach der Wintersonnenwende ausgerichtet ist.
In Nordeuropa, wo im Sommer die sogenannten "Weißen Nächte" gar nicht mehr dunkel werden, haben die Mittsommerfeste deutlich höhere Bedeutung als in südlicheren Breitengraden. Von daher wurden die Sommersonnenwenden vor allem in den germanischen, nordischen, baltischen, slawischen und keltischen (Alban Heffyn) Religionen begangen.
Im Zuge der Christianisierung Europas wurden die Sonnenwendfeiern zu den Feiern zum Johannistag und werden seither zwischen dem 21. und 24. Juni gefeiert. Hier haben sich einige alte Bräuche, beispielsweise in Form der nächtlichen Johannisfeuer, erhalten. Der Grund für diesen zu diesem Bezug zur Sommersonnewende war der Täuferspruch in Hinblick auf den kommenden Christus: „Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.“ (Johannesevangelium 3,30).
Bei den Anhängern des Paganismus wird der 21. Juni im sogenannten Litha-Fest als einer der 8 Hexensabbate gefeiert.
Wie so viele andere alte Bräuche, so wurde auch die Sonnenwendfeiern von den Nationalsozialisten missbraucht und in den "Volk, Blut und Boden"-Mythos integriert. Dies führt leider noch heute zu einem teilweise zwiespältigen Verhältnis zu entsprechenden Brauchtümern - gerade im deutschen Sprachraum - wenn entsprechenden Feiern per se neo-nationalsozialistisches Gedankengut unterstellt wird, ohne dass in vielen Fällen diese Gesinnung überhaupt vorliegt.
Bücher zum Thema:
- - -
- - -
Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / wikipedia.de
WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA:
Wintersonnenwende 2007: Wenn das Licht langsam wiederkehrt, 22. Dezember 2007
Bronzezeitlicher Steinkreis in Schweden entdeckt, 12. Dezember 2007
